Korridor B

Ein weiterer zentraler Baustein der Energiewende wird der „Korridor B“. Die Vorhaben 49 Wilhelmshaven – Hamm und 48 Heide/West – Polsum des Bundesbedarfsplangesetzes (BBPlG), das im März 2021 novelliert wurde, übertragen ab voraussichtlich 2030 Windstrom aus dem Norden Niedersachsens und Schleswig-Holsteins nach Nordrhein-Westfalen und werden zusammen als Korridor B bezeichnet.

Bereits heute sind die Höchstspannungsverbindungen zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überlastet. Während immer mehr Windenergieanlagen mit schwankender Stromerzeugung vorwiegend im Nordseeraum in das Stromnetz einspeisen, werden insbesondere im Westen und Süden Deutschlands konventionelle Kraftwerke mit kontinuierlicher Erzeugung abgeschaltet. Das hat zur Folge, dass größere Energiemengen über immer längere Strecken transportiert werden müssen, um Energie dort bedarfsgerecht zur Verfügung stellen zu können, wo sich die Lastzentren befinden. Als zusätzliche Transportkapazität nach Nordrhein-Westfalen wird Korridor B daher als sogenannte HGÜ-Verbindung in Hochspannungsgleichstromübertragung das stark beanspruchte Wechselstromnetz entlasten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Stromversorgung leisten. So übernimmt der Korridor B einen wichtigen Anteil der Stromversorgung nach dem Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle in NRW.

Trassenverlauf und Technik

Korridor B wird von Amprion vorrangig als Erdkabel mit einer Nenngleichspannung von 525 Kilovolt und einer Übertragungskapazität von zwei Gigawatt geplant. Die Verbindung zwischen den Netzverknüpfungspunkten (NVP) Wilhelmshaven und Hamm beträgt rund 270 Kilometer; die NVP Heide/West und Polsum liegen rund 440 Kilometer voneinander entfernt. Im Zuge des Planungs- und Genehmigungsprozesses werden die genauen Leitungslängen ermittelt.

Bei Amprion setzen wir standardmäßig die offene Bauweise ein, da sie den größten Gestaltungsspielraum bietet, um flexibel auf die örtlichen Anforderungen reagieren zu können. In offener Bauweise liegen die Kabel etwa 1,30 bis 1,80 Meter tief. Müssen Infrastrukturen wie große Straßen, Gewässer und Bahnlinien gequert werden, können wir grabenlose Verlegetechniken einsetzen. Die Verlegetiefe wird dann individuell bestimmt.

Ansprechpartner
Tobias Schmidt
Projektsprecher