Energieministerkonferenz 2026: Kabelzug für die Offshore-Netzanbindungen DolWin4 & BorWin4

Gruppenfoto der Energieminister:innen der Bundesländer an der Amprion-Baustelle | Quelle: Amprion GmbH / Björn Behrens

An der ostfriesischen Küste in der Nähe von Norden kommt der Strom von den Offshore-Windparks an. Noch ist hier eine große Baustelle, um die Kabel zusammenzuführen. Am Rande der Energieministerkonferenz auf der Insel haben die Energieminister*innen der Bundesländer die Amprion-Baustelle an der Küste besucht.

Seit Sommer letzten Jahres finden nahe der Stadt Norden wichtige Kabelarbeiten für die Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 statt. Die Stromkabel kommen von den Offshore-Windparks, unterqueren Norderney und verlaufen von der Küste noch rund 155 Kilometer bis nach Lingen im Emsland. Über DolWin4 und BorWin4 werden ab 2028 Offshore-Windparks mit einer Leistung von insgesamt 1,8 Gigawatt ans Netz gehen. Bei einem Baustellenbesuch während der Energieministerkonferenz (EnMK) hat Christian Meyer, aktueller EnMK-Vorsitzender sowie Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz des Landes Niedersachsen, beim Kabelzug mit angepackt, um die Stromkabel in unterirdische Schutzrohre zu ziehen.

„Die Energiewende hin zu den günstigen und klimafreundlichen, heimischen Erneuerbaren Energien funktioniert und ist eine großartige Gemeinschaftsleistung von Windpark- und Netzbetreibern und Politik“, so Energieminister Meyer. „Wir zeigen hier an der Nordsee, wie wir große Mengen Windstrom von See in die Verbrauchszentren im Süden bringen und damit zur Klimaneutralität, Energieunabhängigkeit und Ersatz von fossilen Energieimporten beitragen. Ich danke allen Beteiligten für die Umsetzung dieser großartigen Investitionen in die Anbindung der Offshore-Windparks. Es war mir wichtig, im Rahmen der Energieministerkonferenz auf Norderney meinen Kolleginnen und Kollegen zu zeigen, dass wir für die Energiewende in ganz Deutschland bereit sind und dass wir diese gemeinsam und vorbildlich umsetzen. Wir müssen jetzt Kurs halten und verlässlich und planbar gerade auch den Offshore-Ausbau und die Netzanbindung vorantreiben. Denn mit jedem Transport von günstigem Offshore-Windstrom über die Kabeltrassen in den Süden ersetzen wir fossile Kohlekraftwerke, senken die Kosten für Netzengpässe und tragen erheblich zur Senkung der Strompreise für Wirtschaft und Haushalte in ganz Deutschland bei.“

Leitungen transportieren den Strom für 1,8 Millionen Einwohner*innen

„Unser Dank geht an das Land Niedersachsen, das uns beim Ausbau der Infrastruktur unterstützt und den Weg zur Klimaneutralität ebnet“, so Dr. Hendrik Neumann, technischer Geschäftsführer von Amprion, während des Baustellenbesuchs. „Dank der Unterstützung des Landes bringen wir Windenergie direkt von der Nordsee bis nach Lingen ins südliche Emsland – dem Einspeisepunkt des 2023 abgeschalteten Kernkraftwerks Emsland.“

Die Stadt Norden ist für den Anschluss der Windparks eine Transitregion: Von hier verlaufen die Kabel Richtung Norderney sowie südlich in Richtung Lingen. Beide angeschlossenen Windparks haben eine Leistung von jeweils rund 900 Megawatt. Die neuen Leitungen werden rund 1,8 Gigawatt Leistung transportieren können und decken damit den Strombedarf von knapp 1,8 Millionen Einwohner*innen – das entspricht in etwa der Bevölkerungszahl der Hansestadt Hamburg.

„Bis 2030 soll die Leistung der installierten Offshore-Windparks in Deutschland auf 30 Gigawatt steigen. Damit entspricht die installierte Leistung der Windparks auf See in etwa der Leistung von 40 großen Kohlekraftwerken“, erläutert Dr. Hendrik Neumann. „Unsere Offshore-Netzanbindungssysteme wie DolWin4, BorWin4, BalWin1 und BalWin2 leisten einen großen Beitrag, den grünen Strom an Land zu bringen. Damit reduzieren wir Engpässe im Stromnetz und senken mittelfristig signifikant die Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Offshore-Planungen bei Amprion

Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden und setzt deshalb auf den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere auf See. Das Windenergie-auf-See-Gesetz beschreibt die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Offshore-Windparks: Die Leistung soll auf 30 Gigawatt im Jahr 2030 und auf 40 Gigawatt im Jahr 2035 steigen. Daher investiert Amprion bis 2030 rund 42 Milliarden Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes und damit in die Energiewende in Deutschland. Davon mehr als 16 Milliarden Euro in Offshore-Projekte. Dazu zählen auch mehrere leistungsstarke On- und Offshore-Projekte in Gleichstromtechnik, die von Amprion gebündelt werden. Dieser Ansatz spart Zeit, Kosten und verringert Eingriffe in die Natur und Umwelt.

Die Offshore-Netzanschlüsse werden weit ins Landesinnere bis in die großen Verbrauchszentren geführt, damit der Windstrom direkt dort ankommt, wo viel Energie benötigt wird. Zusätzlich werden Konverterplattformen auf See miteinander und mit europäischen Partnern vernetzt. Derzeit setzt Amprion Offshore-Netzanbindungen in den Projekten DolWin4 und BorWin4, BalWin1 und 2, Windader West und Rhein-Main-Link um.

Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz und Vorsitzender der EnMK, beim Kabeleinzug auf der Baustelle

Quelle: Amprion GmbH / Björn Behrens

Dr. Hendrik Neumann, technischer Geschäftsführer von Amprion (l.), und Christian Meyer, aktueller EnMK-Vorsitzender, auf der Baustelle (r.)

Quelle: Amprion GmbH / Björn Behrens

Gruppenfoto der Energieminister:innen der Bundesländer an der Amprion-Baustelle

Quelle: Amprion GmbH / Björn Behrens
Stefan Deffner
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Stefan Deffner
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