Roboter im Netzbetrieb: Sicherer arbeiten – an Land und auf See

Innovation
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Das Foto zeigt einen vierbeinigen Laufroboter (Modell ANYmal), der gerade eine schmale Außentreppe in einer Industrieanlage erklimmt.
Der Roboter: Der Roboter hat einen markanten roten Körper und vier hochflexible, silbergraue Beine mit blauen Gelenkabdeckungen. Er befindet sich in einer dynamischen Bewegung: Ein Vorderbein und ein Hinterbein sind bereits auf einer höheren Stufe platziert. Auf seinem Rücken ist ein großer, schwenkbarer Sensorkopf mit mehreren Kameras montiert. Am hinteren Ende leuchtet ein ringförmiger Statusindikator in Gelb und Rot.
Die Umgebung: Der Roboter steigt eine Gitterrost-Treppe mit einem einfachen grünen Metallgeländer hinauf. Die Treppe führt an einer massiven, olivgrünen Gehäusewand einer technischen Anlage vorbei, vermutlich ein Transformator oder eine Konverterstation. Im Hintergrund ist ein hoher Gittermast einer Hochspannungsleitung gegen einen hellen, bewölkten Himmel zu erkennen.
Perspektive: Die Aufnahme erfolgt aus einer leichten Froschperspektive von der Seite, was die Kletterleistung und die Beweglichkeit des Roboters in schwierigem Gelände betont.
Technologische Fortschritte machen Robotik für den Netzbetrieb immer attraktiver. Amprion bereitet den Einsatz von Robotern sowohl onshore als auch offshore vor. Ein kürzlich gestartetes Pilotprojekt verfolgt klare Ziele: Arbeitsabläufe effizienter gestalten, schneller auf Ereignisse reagieren und die Sicherheit weiter erhöhen.

Roboter unterstützen vor allem bei Inspektionen und der Instandhaltung unserer Anlagen. Sie können deutlich häufiger kontrollieren als Teams vor Ort und erkennen mit ihrer spezialisierten Sensorik zeitnah Veränderungen – zum Beispiel Temperaturabweichungen oder Anzeichen für unerlaubtes Eindringen. So lassen sich Wartungsarbeiten gezielter planen und Störungen vermeiden.

Unterstützung in komplexen Situationen

Ein weiterer Vorteil: Roboter können auf Alarme und Störmeldungen direkt vor Ort reagieren. Das reduziert Anfahrten von Mitarbeitenden und damit Zeit und Kosten. Besonders auf See zeigt die Robotik ihr Potenzial: Unbemannte Plattformen sind je nach Wetter und Seegang nicht jederzeit erreichbar. Unter diesen Bedingungen übernehmen Roboter Aufgaben, die für Menschen riskant wären, und vermeiden teure, CO2 intensive Einsätze per Hubschrauber oder Schiff.

„Wir setzen Robotik als Unterstützung für unsere Mitarbeitenden in komplexen Situationen ein, um die Betriebs- und Arbeitssicherheit zu steigern und die Effektivität zu verbessern“, sagt Dr. Alexander Schütz, Experte für Robotik bei Amprion. „Dafür haben wir ein neues Team aufgebaut, das Robotik gemeinsam mit Methoden der künstlichen Intelligenz integriert. Mit digitalen Zwillingen unserer Anlagen testen und simulieren wir den Einsatz, evaluieren verschiedene Betriebsphasen und verbessern die Implementierung Schritt für Schritt.“

Damit Roboter nahtlos mit den Anlagen interagieren, nutzt Amprion als Datenstandard das Common Information Model (CIM) und die Erweiterung OACIM. Vereinfacht gesagt, sorgen diese Modelle dafür, dass alle Systeme dieselbe „Sprache“ sprechen – für einen sicheren und verlässlichen Austausch zwischen Robotern, Leit- und Schutztechnik.