Netzentgeltrabatte nur für Flexibilität
Worum geht es bei der Reform der Industrienetzentgelte?
Svetlina Ilieva-König: Die Reform ist sinnvoll, weil sich das Stromsystem verändert – hin zu mehr volatiler Erzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne. Dazu muss man wissen: Durch Rabatte bei den Netzentgelten belohnt die Bundesnetzagentur (BNetzA) systemdienliches Verhalten. Es besteht unter anderem darin, dass Unternehmen ihren Stromverbrauch verstärkt danach richten, wie viel Strom aus volatiler Erzeugung jeweils ins Netz eingespeist wird.
Stefan Kraus: Bislang gab es viele konventionelle thermische Kraftwerke, die kontinuierlich und planbar Strom ins Netz eingespeist haben. Deshalb wurden Unternehmen belohnt, die Strom in großer Menge kontinuierlich abgenommen haben. Das ist die sogenannte Bandlast. Weil künftig immer mehr Strom wetterabhängig erzeugt wird, braucht es einen anderen Gegenpart, nämlich eine flexible Abnahme. In Zukunft ist Flexibilität systemdienlich. Das neue Modell zielt darauf, flexibles Verhalten zu ermöglichen.
Industrienetzentgelte
Stromintensive Unternehmen werden durch Rabatte bei den Netzentgelten für systemdienliches Verhalten belohnt. Dieses System soll neu ausgerichtet werden: Industrienetzentgelte sollen künftig Anreize für stromintensive Unternehmen schaffen, dynamisch auf die jeweils aktuelle Erzeugungssituation zu reagieren. Dafür stehen drei Modelle zur Diskussion.
Modell A
Modell B