Bürstadt-BASF

Der Bundesbedarfsplan sieht für das Vorhaben 67 Bürstadt – BASF keine Bundesfachplanung vor, da wir das Projekt überwiegend innerhalb bestehender Trassenräume umsetzen können und es als besonders vordringlich bewertet wird. Es konnte daher direkt in das Planfeststellungsverfahren starten.

Im Februar 2022 hat Amprion den Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach §19 NABEG bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereicht. Im Frühjahr 2022 fand das schriftliche Antragsverfahren, die sogenannte Antragskonferenz, statt. Hieran waren vor allem Träger öffentlicher Belange (TöB) beteiligt. Sie konnten sich zum Umfang und Inhalt der Untersuchungen zu raumordnerischen und umweltfachlichen Belangen einbringen.

Basierend hierauf erwarten wir in Kürze den sogenannten Untersuchungsrahmen für die Planfeststellungsunterlagen. Darin definiert die BNetzA, welche Unterlagen und Gutachten Amprion vorlegen muss und bis wann. Anhand dieser Vorgaben erarbeiten wir nun die Planfeststellungsunterlagen nach §21 NABEG.

Dialog

2020 und 2021 haben wir das Projekt den beteiligten Verbandsgemeinden vorgestellt. Im September 2022 werden wir zu Bürger-Informationsmärkten entlang der Trasse einladen, um der Öffentlichkeit das gesamte Vorhaben, die eingesetzte Technik und den aktuellen Verfahrensstand zu erläutern. Eine rechtzeitige Einladung folgt über die regionale Presse und kann hier eingesehen werden.

Technische Umsetzung

Im Rahmen des Projekts Bürstadt – BASF planen wir den Ersatzneubau einer 220-/380-kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen der Umspannanlage Bürstadt und der Umspannanlage BASF. Die bestehende 220-kV-Höchstspannungsfreileitung werden wir größtenteils demontieren und weitestgehend im bestehenden Trassenraum eine 220-/380-kV-Höchstspannungsfreileitung neu bauen.

Wir werden den Ersatzneubau auf östlicher Seite an die Umspannanlage Bürstadt anschließen, da sich dort der 380-kV-Anlagenteil befindet. Von hier aus führt die Leitung Richtung Süden, dabei orientiert sich ihr Verlauf zunächst an der Bestandstrasse. Um zu vermeiden, dass sie Wohnhäuser überspannt, weicht sie im Bereich Oberer Busch am Frostereibetrieb in Worms beziehungsweise Nonnenbusch in Bobenheim-Roxheim auf einer kurzen Strecke von der Bestandsleitung ab: Bis zum Punkt Roxheim auf dem Stadtgebiet der Stadt Frankenthal verläuft der geplante Ersatzneubau zunächst parallel zur Bundesstraße B9. Dann nähert er sich wieder der Bestandstrasse an. Kurz vor dem Punkt Roxheim wird die neue Verbindung zusätzlich zwei 220-kV-Stromkreise aus Richtung Lambsheim aufnehmen.

Im weiteren südlichen Verlauf führt der Ersatzneubau erneut entlang der Bundesstraße B9. Auf der Gemarkung der Stadt Ludwigshafen am Rhein werden wir den bestehenden Trassenraum einer 110-kV-Leitung der Pfalzwerke nutzen. Anschließend führen wir die Leitung auf dem Werksgelände von BASF in die Umspannanlage ein. Da wir im südlichen Bereich der Leitung den vorhandenen Trassenraum der Pfalzwerke nutzen werden, wird der Siedlungsbereich Ludwigshafen-Pfingstweide entlastet. Die Pfalzwerke Netz AG wird im Zuge eines Trassentausches hingegen einen Teil unserer bisherigen Bestandsleitung nutzen. Diese werden wir eigens zu diesem Zweck im Bereich zwischen Frankenthal-Mörsch und Frankenthal-Pfingstweide nicht demontieren.

Zusätzlich zu dem Ersatzneubau sind noch weitere Maßnahmen geplant. Zwischen dem Punkt Roxheim (Gemarkung Frankenthal) und der Umspannanlage BASF werden wir die Spannung der bestehenden Leitung auf 380 kV umstellen. Außerdem statten wir die Stromkreise hier mit sogenannten Hochtemperatur-Leiterseilen (HTLS) aus, sodass sie mehr Strom transportieren können. Hierzu müssen wir voraussichtlich auch bestehende Maste und Fundamente verstärken.

Die Leitung ist insgesamt 13 Kilometer lang. Sie verläuft auf drei Kilometern auf hessischem Gebiet und führt rund zehn Kilometer durch Rheinland-Pfalz.