Klimawandel

Klimaschutz ist Teil des gesellschaftlichen Auftrags von Amprion. Dieser Verantwortung stellen wir uns im eigenen Betrieb sowie entlang unserer Wertschöpfungskette. Im Jahr 2021 hat Amprion eine Klimastrategie erarbeitet und entwickelt sie seither fortlaufend weiter. Der Formulierung von Klimazielen ging die Analyse und Quantifizierung vergangener, gegenwärtiger und künftig zu erwartender Treibhausgasemissionen voraus. Auf dieser Grundlage hat Amprion folgende Reduktionsziele festgelegt:

Für Scope 1 und 2: Wir wollen unsere direkten (Scope 1) und energiebedingten indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen bis 2032 um mindestens 63 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2017 senken.

-63 %
Scope 1- und 2-Emissionen

bis 2032 gegenüber dem Basisjahr 2017 (2025 bereits -42,1 %)

Für Scope 3: Wir wollen die Treibhausgasintensität unserer vorgelagerten Aktivitäten (Scope 3) bis 2032 um rund 58 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2021 senken – bezogen auf den Ausbau und die Erneuerung der Trassenlänge des Übertragungsnetzes von Amprion.

-58,1 %
Treibhausgasintensität vorgelagerter Scope 3-Emissionen

bis 2032 gegenüber dem Basisjahr 2021 (2025 bereits -32,3 %)

Unsere Emissionsreduktionsziele berücksichtigen, dass unser Geschäft in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird. Sie orientieren sich an den Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi), einer internationalen Organisation, die Unternehmen dabei unterstützt, wissenschaftsbasierte Klimaziele festzulegen. Auf diese Weise wollen wir unsere Geschäftsaktivitäten am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ausrichten. Die SBTi hat die Ziele bestätigt.

Um diese Ziele nachzuhalten sowie weitere Einsparpotenziale zu identifizieren, erfasst Amprion seine Treibhausgasemissionen in regelmäßigen Abständen. Hierbei berücksichtigen wir neben Kohlenstoffdioxid (CO2) weitere Treibhausgase (THG) wie SF₆ und rechnen diese in CO2-Äquivalente um.

Wir setzen bereits eine Vielzahl von Maßnahmen um, um unsere Treibhausgasemissionen in allen relevanten Bereichen systematisch zu senken:

  • Netzausbau: Durch den Ausbau unseres Übertragungsnetzes ermöglichen wir die stärkere Integration erneuerbarer Energien, verbessern den Strommix und kompensieren so Emissionen aus Netzverlusten und Eigenstrombedarf.
  • Energiemanagement: Mit einem standortspezifischen Aktionsplan steigern wir unsere Energieeffizienz, zum Beispiel durch Abwärmenutzung, effizientere Beleuchtung, Klima- und Lüftungstechnik sowie die Elektrifizierung der Dienstwagenflotte.
  • SF₆-Reduktion: Wir erproben gemeinsam mit Herstellern SF₆-freie Spannungswandler und pilotieren einen 420kV-Vakuum-Leistungsschalter, um künftig Umspannanlagen ohne dieses treibhauswirksame Gas zu betreiben.
  • Lieferkette (Scope 3): In der Lieferkette senken wir THG-Emissionen insbesondere bei emissionsintensiven Gewerken, indem wir Klimakriterien in den Beschaffungsprozess integrieren und technische Designs auf Reduktionspotenziale prüfen.

Treibhausgasbilanz

Kategorie Einheit 2025 2024 2023
THG-Bruttoemissionen gesamt
THG-Bruttoemissionen gesamt (standortbezogen) t CO2e 2.915.671 2.064.556 1.736.717
THG-Bruttoemissionen gesamt (marktbezogen) t CO2e 3.114.630 2.151.344 -
Scope 1
Scope 1-THG-Bruttoemissionen t CO2e 8.533 8.962 6.558
Diesel t CO2e 2.129 2.246 2.314
Benzin t CO2e 276 157 104
Erdgas t CO2e 761 873 1.263
SF6-Emissionen t CO2e 5.355 5.675 2.865
Kältemittelverluste Klimageräte t CO2e 12 12 12
Prozentsatz der Scope-1-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen % 0 0 0
Scope 2
Standortbezogene Scope 2-THG-Bruttoemissionen t CO2e 812.928 744.340 830.451
Eigenverbrauch Strom t CO2e 42.323 41.460 44.980
Netzverluste t CO2e 770.557 702.832 785.411
Fernwärme t CO2e 48 48 61
Marktbezogene Scope 2-THG-Bruttoemissionen t CO2e 1.011.887 831.128 -
Scope 3
Scope 3-THG-Bruttoemissionen t CO2e 2.094.211 1.311.254 899.707
Erworbene Waren und Dienstleistungen (1) t CO2e 381.136 273.136 190.779
Investitionsgüter (2) t CO2e 1.593.744 927.969 594.505
Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) (3) t CO2e 109.261 101.741 107.294
Vorgelagerter Transport und Vertrieb (4) t CO2e 2.740 2.809 2.232
Abfallaufkommen in Betrieben (5) t CO2e 2.602 1.247 1.259
Geschäftsreisen (6) t CO2e 847 890 630
Pendelnde Arbeitnehmer*innen (7) t CO2e 3.880 3.462 3.008
Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter (8) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Nachgelagerter Transport (9) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Verarbeitung verkaufter Produkte (10) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Verwendung verkaufter Produkte (11) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer (12) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter (13) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Franchises (14) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Investitionen (15) t CO2e Nicht anwendbar Nicht anwendbar Nicht anwendbar

Kennzahlenerläuterung
Die Treibhausgasbilanz des Jahres 2025 enthält Schätzwerte, welche im nächsten Berichtszyklus angepasst werden. Weitere Informationen zu den Kennzahlen befinden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2025.

Die Scope-3-Kategorien 8 bis 15 sind für Amprion nicht anwendbar, da die Übertragung von Strom keine weiteren Emissionen beim Verbraucher verursacht. Ferner betreibt Amprion keine geleasten Wirtschaftsgüter oder verfügt über Franchises oder Investitionen. Amprion hat keine Aktivitäten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, die biogene Treibhausgasemissionen verursachen.

Treibhausgasintensitäten

Kategorie Einheit 2025 2024 2023
Treibhausgasintensität
gesamt
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) pro Nettoerlös t CO2e / Mio. € 502,8 381,6 398,0
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) pro Nettoerlös t CO2e / Mio. € 537,1 397,6 -
Scope 1 & 2
Scope 1- und 2-Emissionen (standortbezogen) pro Nettoerlös t CO2e / Mio. € 141,7 139,2 191,8
Scope 1- und 2-Emissionen (standortbezogen) pro Transportmengenkilometer t CO2e / (TWh*km) 39,1 35,3 41,1
Scope 3
Scope 3-Emissionen pro jährlichem Ausbau und t CO2e / km 5.097,8 8.160,7 7.497,6

Kennzahlenerläuterung
Die Angaben zu den Treibhausgasintensitäten des Jahres 2025 enthalten Schätzwerte, welche im nächsten Berichtszyklus angepasst werden. Da eine Angabe der Treibhausgasintensität pro Nettoerlös im Kontext des Geschäftsmodells von Amprion wenig aussagekräftig ist, werden hier alternative Angaben gemacht. Für Scope 1 und 2 werden die Transportmengenkilometer als Kenngröße der im Netz von Amprion übertragenen Strommenge herangezogen. Für Scope 3 wird die Intensitätsgröße des Reduktionsziels der Scope-3THG-Emissionen verwendet. Das Scope-3-Intensitätsziel bezieht sich auf den jährlichen Ausbau und die Erneuerung der Trassenlänge in Kilometern im Übertragungsnetz von Amprion.

Energie

Um Energie möglichst effizient zu nutzen, betreiben wir ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem. Mit unserer gemeinsamen Umwelt- und Energieleitlinie verpflichten wir uns unter anderem dazu, unsere Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern. Dafür nehmen wir unter anderem Rechenzentren, Fahrzeuge und Wärmeanlagen, Belüftungssysteme, Betriebsstoffe und Gebäude in den Blick. Grundsätzlich verfügen alle Neubauten bei Amprion über das höchste Level an Energieeffizienz. PV-Anlagen plant Amprion grundsätzlich bei allen Neubauten ein. Zugleich nutzen wir Potenziale auf Dachflächen von Bestandsgebäuden. Weitere Einsparungen bringt die Nutzung von Abwärme für die Beheizung von Gebäuden.

Energiebilanz

Kategorie Einheit 2025 2024 2023
Gesamtenergieverbrauch MWh 152.133,7 152.677,1 154.420,0
Gesamtverbrauch fossiler Energie MWh 65.300,2 65.843,4 71.853,9
Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen MWh 0 0 0
Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen MWh 9.049,8 9.036,7 9.092,1
Brennstoffverbrauch aus Erdgas MWh 3.785,3 4.341,6 6.285,3
Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen MWh 0 0 0
Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen MWh 52.465,1 52.465,1 56.476,5
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 42,9 43,1 46,5
Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie MWh 86.833,5 86.833,5 82.566,2
Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.) MWh 0 0 0
Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen MWh 86.512,5 86.512,5 82.407,0
Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt MWh 321,0 321,0 159,2
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 57,1 56,9 53,5
Verbrauch aus nuklearen Quellen MWh 0 0 0
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch % 0 0 0

Kennzahlenerläuterung
Die Energiebilanz des Jahres 2025 enthält Schätzwerte, welche im nächsten Berichtszyklus angepasst werden. Weitere Informationen zu den Kennzahlen befinden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2025.
Der Gesamtverbrauch fossiler Energie ist die Summe aus Rohöl und Erdölerzeugnissen, dem Brennstoffverbrauch aus Erdgas und dem Verbrauch von Energie aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen.
Der Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen setzt sich zusammen aus Diesel- und Benzinverbrauchen. Der Diesel- und Benzinverbrauch setzt sich im Wesentlichen aus der Befüllung von Notstromaggregaten, dem Eigenbedarfstankstellenverbrauch und dem Verbrauch des Fuhrparks zusammen.
Der Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen beziehungsweise erneuerbaren Quellen entspricht dem Fernwärmeverbrauch aus fossilen beziehungsweise erneuerbaren Quellen und dem Stromverbrauch aus erworbener Elektrizität multipliziert mit dem fossilen Anteil des Strommixes nach ENTSO-E, veröffentlicht vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.
Bei dem Verbrauch von selbst erzeugter erneuerbarer Energie handeltes sich um Strom aus der Photovoltaik-Erzeugung zur Eigennutzung.

Energieintensitäten

Kategorie Einheit 2025 2024 2023
Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren pro Nettoumsatzerlös aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren MWh / Mio. € 26,2 28,2 35,4
Gesamtenergieverbrauch (ohne Netzverluste) pro installierte Leistung MWh / MVA 1,6 1,6 1,7

Kennzahlenerläuterung
Die Angaben zu den Energieintensitäten des Jahres 2025 enthalten Schätzwerte, welche im nächsten Berichtszyklus angepasst werden. Als freiwillige Kennzahl gibt Amprion die Energieintensität in Bezug auf die installierte Leistung der Transformatoren an. Für die Berechnung der installierten Leistung der Transformatoren in MVA wird die Umspannebene in die nachgelagerten Hochspannungsnetze und die Leistung der Höchstspannungsebene 380/220 kV berücksichtigt.

Klimarisiko‑ und Szenarioanalyse

Amprion analysiert klimabezogene Risiken laufend in einer Arbeitsgruppe und dokumentiert sie in einem Klimarisikobericht, der 2025 um Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) – der EU-Richtlinie für erweiterte Nachhaltigkeitsberichterstattung – erweitert wurde. Auch die Anforderungen der EU-Taxonomie, dem europäischen Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, werden darin erfüllt. Im Mittelpunkt stehen dabei Klimaszenarien und transitorische Risiken, die durch den Übergang zur klimaneutralen Wirtschaft entstehen.

Auf dieser Grundlage werden die Risiken nach Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit für kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume bewertet.
Physische Risiken werden gemäß den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und der EU-Taxonomie für zentrale Vermögenswerte wie Leitungen, Kabel und Schaltanlagen analysiert. Dafür nutzt Amprion Representative Concentration Pathways (RCP-Szenarien), also Emissions- und Konzentrationspfade des Weltklimarats IPCC, für physische Risiken.

Die transitorischen Risiken werden nach den Kategorien der früheren Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) geordnet – also nach Markt-, Technologie- sowie rechtlichen und politischen Risiken. Die TCFD ist heute Teil des International Sustainability Standards Board (ISSB). Für transitorische Risiken werden Shared Socioeconomic Pathways (SSP-Szenarien), sozioökonomische Entwicklungspfade, verwendet.
Im Berichtsjahr 2025 erreichte keines der identifizierten Risiken die Wesentlichkeitsschwelle nach CSRD.