Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Luftaufnahme einer Baustelle mit einem großen Transformator mit Amprion-Logo auf einem Schwerlasttransporter, umgeben von Baufahrzeugen und Arbeitenden in Schutzausrüstung.

Für den Netzausbau benötigt Amprion große Mengen an Materialien wie Stahl, Aluminium, Kupfer oder Kunststoffe. Dabei setzen wir von Beginn an auf Ressourceneffizienz und nutzen bewusst langlebige Materialien.
In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe haben wir in den vergangenen zwei Jahren unsere Input- und Outputströme analysiert und dabei zentrale Schlüsselmaterialien priorisiert, die wir gezielt erfassen: Stahl wird vor allem für Masten, Leiterseile und Transformatoren eingesetzt. Aluminium ist das zentrale Leitermaterial für Freileitungen und Erdkabel. Kupfer wird aufgrund seiner Leitfähigkeit insbesondere in Transformatoren und Erdkabeln verwendet. Kunststoff dient insbesondere bei Erdkabeln als Isolations‑, Schutz- und Gehäusematerial. Isolieröl wird unter anderem in Transformatoren zur elektrischen Isolation und Kühlung, SF₆ in gasisolierten Schaltanlagen als Isoliergas eingesetzt. Diese Analyse bildet die Basis für unsere Kreislaufwirtschaftsstrategie, die wir bis 2028 entwickeln.

Ressourcenzuflüsse

Schlüsselmaterialien Einheit 2025
Gesamtgewicht t 32.601
Stahl
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
27.319
93
Aluminium
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
1.991
0
Kupfer
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
2.078
50
Kunststoff
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
771
0
Isolieröl
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
439
0
SF6
Materialien davon Anteil recycelter
t
%
3
100

Kennzahlenerläuterung
Die Datenerfassung beruht auf internen Systemen, lieferantenspezifischen Daten sowie externen Industriedurchschnitten als Grundlage für Schätzungen. Für Leiterseile, Masten, Transformatoren und Erdkabel werden die relevanten Schlüsselmaterialien (Stahl, Aluminium, Kupfer, Kunststoffe, Isolieröl) gewichtsbezogen bilanziert. Rezyklatanteile werden, wo verfügbar, beim Lieferanten abgefragt oder als Durchschnittswerte angenommen. Für die Durchschnittswerte wird auf glaubwürdige Branchenquellen zurückgegriffen wie zum Beispiel Daten der International Copper Association oder des PW Consulting Information & Electronics Research Centers. Für Aluminium, Isolieröl und Kunststoff stehen aktuell keine belastbaren Daten zur Verfügung, daher wurde ein Rezyklatanteil von je 0 Prozent angenommen.

Abfälle

Bei unserem Ressourceneinsatz achten wir auf einen sorgfältigen Umgang mit Wertstoffen. Wo es möglich ist, vermeiden wir Abfälle oder fördern deren Verwertung. Alle nicht vermeidbaren Abfälle erfassen wir getrennt und entsorgen sie entsprechend den gesetzlichen Anforderungen. In einer zentralen Abfallbilanz erfassen wir abfallwirtschaftliche Daten wie Art, Menge und Verbleib der Abfälle und werten diese regelmäßig aus. Damit schaffen wir unter anderem gegenüber den Behörden volle Transparenz.

Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Entsorgung gefährlicher Abfälle

Amprion verfügt über ein umfassendes System, um gefährliche Abfälle gesetzeskonform und umweltverträglich zu entsorgen. An allen Standorten erfolgt die getrennte Sammlung gefährlicher Abfälle in dafür vorgeschriebenen, eindeutig gekennzeichneten Behältern. Für alle Entsorgungsleistungen werden zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe beauftragt, die regelmäßig überprüft werden und bei Einsatz von Subunternehmen ebenfalls entsprechende Zertifizierungen nachweisen müssen. Bei projektbezogenen oder einmaligen Entsorgungsbedarfen erfolgt vor Auftragsvergabe eine gezielte Präqualifikation der Dienstleister, in der deren Eignung, Entsorgungswege und Qualifikationsnachweise geprüft werden. Für Isolieröl und SF₆ hat Amprion Wege etabliert, die aufgrund ihrer Hochwertigkeit im Sinne der Abfallhierarchie einen direkten Beitrag zur Ressourcenschonung leisten: SF₆ wird vor Demontagen beispielsweise abgesaugt, intern recycelt und nur im Ausnahmefall einer thermischen Beseitigung zugeführt. Gebrauchtes Isolieröl wird an Spezialbetriebe abgegeben. Dort wird das Isolieröl zu neuwertigem Isolieröl aufbereitet und in den Stoffkreislauf zurückgeführt.

Initiativen zur Reduktion, Wiederverwendung und zum Recycling fester Abfälle

Amprion verfügt über Initiativen zur Reduktion, Wiederverwendung und zum Recycling fester Abfälle. Die Reduktion gelingt beispielsweise durch die gezielte Instandhaltung und Verlängerung der Lebensdauer von Betriebsmitteln wie Transformatoren und Wandlern oder die Minimierung von Bodenaushub und Verdrängungsböden im Rahmen von Baumaßnahmen. Wiederverwendung kommt beispielswiese bei Wandlern zum Tragen, indem diese nach Demontage geprüft, instandgesetzt und erneut eingesetzt werden. Für ein effektives Recycling von Abfällen werden Wertstoffe wie Metalle, Kabel und Freileitungsseile sortenrein gesammelt und über spezialisierte Entsorgungsfachbetriebe stofflich verwertet. Elektrische Betriebsmittel wie Transformatoren und Leistungsschalter werden ebenfalls der stofflichen Verwertung zugeführt.

Monitoring fester Abfälle sowie Prüfung

Amprion überwacht die eigenen standortbezogenen Abfallströme zentral über ein Abfallmanagementsystem durch Prüfung entsprechender Nachweise. Dabei werden auch gefährliche Abfälle berücksichtigt. Daten zu projektbezogenen Entsorgungen werden überwiegend durch externe Baudienstleister separat erhoben und für die Gesamtbilanzierung zur Verfügung gestellt. Die Mengenentwicklung einschließlich der Aufteilung in gefährlich und nicht gefährlich wird jährlich ausgewiesen. Das Monitoring und die Entsorgungsprozesse sind in das ISO 14001 Umweltmanagementsystem eingebettet, dessen Wirksamkeit regelmäßig intern und extern geprüft wird.

Abfallmengen

Abfall Einheit 2025 2024
Gesamt t 82.915 9.432
Ungefährlicher Abfall t 74.312 5.622
Gefährlicher Abfall t 8.603 3.810
Verwertung % 88,8 84,7
Beseitigung % 11,2 15,3

Kennzahlenerläuterung
Bei den Abfalldaten handelt es sich um vorläufige Werte, da zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht alle Daten vorliegen. Diese werden jeweils im Folgejahr auf Basis der nachgemeldeten Daten angepasst. Es erfolgen keine Hochrechnungen der Abfalldaten zum Berichtszeitpunkt aufgrund hoher Schatzunsicherheiten im Zusammenhang mit Abfallen durch Baumaßnahmen und eingeschränkter Erfahrungswerte. Die starke Abweichung der Gesamtabfallmenge gegenüber dem Vorjahr ist überwiegend auf eine verbesserte Datenmeldung sowie die Steigerung der Bautätigkeiten zurückzuführen.