Genehmigungsunterlagen für neue Stromleitung zwischen Bayern und Hessen eingereicht
Amprion hat Ende Mai die Unterlagen zur Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die Unterlagen sind die Grundlage für die Festlegung eines in der Regel 1.000 Meter breiten Trassenkorridors, in dem später die neue Höchstspannungsfreileitung zwischen Bayern und Hessen verlaufen soll.
„Bei unseren Bürgerinfomärkten Ende April 2026 haben wir die Ergebnisse unserer umfangreichen Untersuchungen und den daraus abgeleiteten Vorschlag für den Trassenkorridor vorgestellt. Anschließend haben wir unsere Antragsunterlagen auch dank der Hinweise aus der Region finalisiert“, so Janina Heidl, zuständige Amprion-Projektsprecherin.
Wesentlicher Bestandteil der Unterlagen sind die raumordnerische Beurteilung sowie eine strategische Umweltprüfung zur Ermittlung eines möglichst raum- und umweltverträglichen Trassenkorridors.
Die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren liegen nun bei der Bundesnetzagentur. Sie wird die Inhalte auf Vollständigkeit prüfen und im Anschluss die Unterlagen öffentlich auslegen, sodass Betroffene Stellung dazu nehmen können. Voraussichtlich im vierten Quartal 2026 wird ein Erörterungstermin stattfinden. Auf Grundlage der Stellungnahmen wird die Bundesnetzagentur anschließend ihre Entscheidung zur Bundesfachplanung vorbereiten.
Bürgersprechstunden
Amprion wird begleitend zur Offenlage der Genehmigungsunterlagen durch die Bundesnetzagentur ab voraussichtlich Juli 2026 digitale Bürgersprechstunden anbieten. „Im Rahmen der Sprechstunden werden wir für individuelle Fragen zu den Inhalten der Bundesfachplanung zur Verfügung stehen“, erklärt Janina Heidl. Anmeldemöglichkeiten werden rechtzeitig über die örtliche Presse und die Projekt-Website unter www.amprion.net/vorhaben96 bekanntgegeben.
Zum Vorhaben
Amprion plant den Neubau einer 380-Kilovolt-Stromleitung zwischen Aschaffenburg in Bayern und Rödermark in Hessen, um dem steigenden Strombedarf im südöstlichen Teil von Hessen und im Nordwesten Bayerns gerecht zu werden. Die Maßnahme wurde als Nr. 96 im Bundesbedarfsplangesetz bestätigt. Dementsprechend hat Amprion als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber den gesetzlichen Auftrag, sie zu planen und umzusetzen.
In einem ersten Schritt ist bis 2027 die Durchführung eines Bundesfachplanungsverfahrens in Zuständigkeit der Bundesnetzagentur in Bonn vorgesehen. Ziel der Bundesfachplanung ist die Festlegung eines in der Regel 1.000 Meter breiten Trassenkorridors für die Umsetzung des Vorhabens. Im anschließenden Planfeststellungsverfahren wird ein konkreter und möglichst raum- sowie umweltverträglicher Trassenverlauf innerhalb des festgelegten Korridors ermittelt. Amprion plant nach derzeitigem Stand den Abschluss des Planfeststellungsverfahrens Ende 2031.
Die Inbetriebnahme der rund 30 Kilometer langen Leitung ist für 2035 vorgesehen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.amprion.net/vorhaben96 oder auf der Seite der Bundesnetzagentur www.netzausbau.de/vorhaben96.
Vorschlagstrassenkorridor sehen