Stromnetzausbau in Voerde: Bauvorbereitende Maßnahmen zur Vergrämung
Amprion beginnt mit bauvorbereitenden Vergrämungsmaßnahmen für den Bau der Stromleitung zwischen Voerde und Rheinberg. Die Leitung wird überwiegend als Erdkabel realisiert und eine bestehende Freileitung ersetzen.
Mit der sogenannten „Rheinquerung“ schafft Amprion eine rund elf Kilometer lange leistungsstarke Stromverbindung zwischen Voerde und Rheinberg. Die Verbindung ist der dauerhafte Lückenschluss in einem Gesamtvorhaben, das sich über insgesamt 53 Kilometer von der Umspannanlage Niederrhein (Wesel) bis nach Meerbusch-Osterath erstreckt. Das Vorhaben wird als Ersatzneubau einer bestehenden Leitung realisiert, um die Übertragungskapazität im nördlichen Rheinland zu erhöhen.
In den vergangenen zwei Wochen hat Amprion erste bauvorbereitende Maßnahmen umgesetzt. In Abstimmung mit Eigentümer*innen und Pächter*innen fanden Freischnittmaßnahmen an Gehölzen im Bereich der Erdkabeltrasse statt.
Vergrämungsmaßnahmen zum Schutz von Brut- und Rastvögeln
Im nächsten Schritt folgen nun sogenannte Vergrämungsmaßnahmen, damit Brut- und Rastvögel sich nicht in den künftigen Baufeldern niederlassen. In einigen Bereichen werden ergänzend Kompensationsmaßnahmen umgesetzt, um den Tieren das Ausweichen in geeignete Habitate zu ermöglichen.
Zum Einsatz kommen zunächst das Aufstellen von Bauzaunelementen und Greifvogelattrappen sowie eine menschliche Anwesenheit auf den Flächen.
- Die Bauzaunelemente werden im Dreieck aufgestellt, mit winddurchlässiger Folie bespannt und in einem Abstand von etwa 35 Metern innerhalb des Baufeldes verteilt.
- Die Greifvogelattrappen bestehen aus einem Drachen, der mit einer Schnur an einer Teleskopstange befestigt ist. Der Drache ist einem Greifvogel nachgebildet und kann sich durch den Wind in der Luft bewegen. Die Greifvogelattrappen werden in einem Abstand von etwa 200 Metern aufgestellt.
- Daneben ist menschliche Anwesenheit auf den Flächen vorgesehen. Dies umfasst ein regelmäßiges Begehen des Baufeldes, ggf. auch in Begleitung durch Hunde. Zusätzlich können Klangattrappen, zum Beispiel mit Greifvogellauten, abgespielt werden.
Darüber hinaus können weitere Vergrämungsmaßnahmen nach erteilter Genehmigung zum Einsatz kommen. Dies umfasst auch Maßnahmen bis hin zum Abschieben des Oberbodens in dafür geeigneten Flächen als nachhaltige Vergrämungsmaßnahme.
„Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und werden durch eine ökologische Baubegleitung begleitet und überprüft, damit alle natur- und artenschutzrechtlichen Belange eingehalten werden”, sagt Amprion-Projektsprecher Christoph Alt.
Die eigentlichen Arbeiten zur Errichtung der Erdkabelverbindung sollen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2026 beginnen. Eine voraussichtliche Fertigstellung der Verbindung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Hintergrund: Erdkabelverbindung zwischen Voerde und Rheinberg
Das EnLAG Vorhaben Nr. 14 sieht vor, die derzeitige 220-Kilovolt-Freileitung zwischen Wesel und Krefeld-Hüls im Abschnitt zwischen der Umspannanlage Wesel/Niederrhein (Stadt Wesel) und der Umspannanlage Utfort (Stadt Moers) durch eine neue Höchstspannungsleitung zu ersetzen. Die neue Leitung soll Strom auf der Spannungsebene 380 Kilovolt transportieren. Zusätzlich wird auf diesem Abschnitt eine 110-Kilovolt-Leitung mitgeführt.
Die Rheinquerung ist vom Gesetzgeber als Erdkabelpilotstrecke in das EnLAG aufgenommen worden. Amprion hatte für die Rheinquerung verschiedene unterirdische Trassen aber auch die Ausführung als Freileitung ausgearbeitet. Nach intensiver Prüfung der verschiedenen Varianten hat sich Amprion für eine Kombination aus einem kurzen Freileitungsabschnitt und einem längeren Erdkabel entschieden.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.amprion.net/Netzausbau/Unsere-Projekte/Niederrhein-Wesel-Osterath/Umsetzung.html