Start der Baumaßnahme zwischen Halle (Westf.) und der Landesgrenze NRW/NDS

Amprion beginnt mit dem Bau einer neuen rund acht Kilometer langen 110-/380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen dem Punkt Hesseln (Halle, Westf.) und dem Punkt Königsholz (Landesgrenze NRW/NDS). Dieser Abschnitt stellt den zweiten Genehmigungsabschnitt des Vorhabens 16 des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG), Wehrendorf – Gütersloh, dar.

Das Vorhaben, das eine leistungsstarke Verbindung zwischen den Wirtschaftsregionen Osnabrück und Ostwestfalen schafft, nimmt weiter Formen an. Nachdem die Bezirksregierung Detmold im Oktober 2023 den Planfeststellungsbeschluss erteilt hat, beginnt Amprion mit Baumaßnahmen in den Freileitungs- und Erdkabelabschnitten.

Erste Arbeiten in den Freileitungsabschnitten

Parallel zu den notwendigen, noch bis Ende Februar terminierten Gehölzrückschnitten, beispielsweise an geplanten Maststandorten, finden erste bauvorbereitende Maßnahmen zum Wegebau und zur Herstellung von Arbeitsflächen statt. Diese Flächen werden unter anderem für die Zwischenlagerung des Erdaushubs, für die Vormontage und Ablage der Mastteile sowie für den Seilzug benötigt.

Im Anschluss werden die Gründungsarbeiten für die Mastfundamente durchgeführt, so dass voraussichtlich ab Mitte März die Arbeiten zur Errichtung der Maste, das sogenannte Stocken, beginnen können. Im Durchschnitt wird für die Errichtung eines neuen Mastes – Fundament, Aushärten und Stocken – eine Dauer von rund acht bis zehn Wochen veranschlagt, abhängig unter anderem vom Wetter und von dem Maststandort.

Abschließend erfolgt das Auflegen der Leiterseile. „Der Seilzug kann jedoch erst abgeschlossen werden, wenn die Portale zur Aufnahme der Höchstspannungsfreileitung in den Kabelübergabestationen Riesberg und Klusebrink errichtet worden sind“, erklärt Amprion-Projektsprecher Michael Weber. „Momentan gehen wir davon aus, dass der Seilzug Ende 2025 / Anfang 2026 abgeschlossen ist.“

Kabelübergabestationen: Baustart erst Ende 2024 geplant

Die Kabelübergabestationen Riesberg und Klusebrink stellen den Übergang zwischen Freileitungs- und Erdkabelabschnitten dar. Sie ähneln kleinen Umspannanlagen und umfassen u. a. technische Komponenten, wie z. B. Schaltfelder zum Verschalten der Stromkreise und Portale zur Aufnahme der Freileitung.

Auch im Bereich der Kabelübergabestationen finden notwendige Arbeiten zum Gehölzrückschnitt statt, der Start der Baumaßnahme ist jedoch erst für das vierte Quartal 2024 terminiert.

Erdkabelabschnitt: Einrichtung der Baustelle ab April 2024

Auch im Bereich der Teilerdverkabelung um den geschlossenen Siedlungsbereich Borgholzhausens stehen in diesem Jahr wichtige Meilensteine an. So werden voraussichtlich im April die Arbeiten für die Baustelleneinrichtungsflächen sowie die notwendige Infrastruktur – Baustellenzuwegungen und Ersatzstraßen – für die benötigten Fahrzeuge und Geräte beginnen. Schon im Mai kann dann, je nach Wetterlage, mit der Errichtung der Schutzrohranlage begonnen werden.

Die Tiefbaumaßnahmen sind voraussichtlichbis Mitte 2026 abgeschlossen, so dass im Anschluss mit dem Kabelzug gestartet werden kann.

Ein kurzer Überblick über den Abschnitt und das Vorhaben

Die neue 110-/380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen dem Punkt Hesseln (Halle, Westf.) und dem Punkt Königsholz (Landesgrenze NRW/NDS) ersetzt die bestehende 110-/220-kV-Höchstspannungsfreileitung. Die Demontage der bestehenden Maste ist bereits zum größten Teil erfolgt. Einzelne Bestandsmaste werden im Zuge der nun startenden Neubaumaßnahme demontiert, um die Eingriffe vor Ort zu minimieren.

Der Abschnitt beginnt mit einem ca. 2,6 km langen Freileitungsabschnitt vom Punkt Hesseln (Halle, Westf.) bis zur Kabelübergabestation am Riesberg. Von dort werden auf einer Länge von 4,2 km sowohl die 110- kV-Hochspannungsleitung von Westnetz als auch die 380-kV-Höchstspannungsleitung von Amprion teilerdverkabelt, um den geschlossenen Siedlungsbereich der Stadt Borgholzhausen zu umgehen. Der zweite Freileitungsabschnitt zwischen der Kabelübergabestation Klusebrink im Norden von Borgholzhausen und dem Punkt Königsholz an der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen umfasst eine Länge von knapp 1,5 km und bildet den nördlichen Abschluss des zweiten Genehmigungsabschnittes.

Die Inbetriebnahme dieses Abschnittes ist für 2027 geplant.

In den niedersächsischen Abschnitten des EnLAG-Vorhaben 16 laufen aktuell noch die Planfeststellungsverfahren. Amprion geht davon aus, die Planfeststellungsbeschlüsse im Laufe des Jahres zu erhalten um anschließend mit den Baumaßnahmen zu beginnen.

Die Inbetriebnahme des gesamten Leitungsbauvorhabens Wehrendorf – Gütersloh ist für 2028 geplant.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Michael Weber
Michael Weber
Projektsprecher in der Region Nord