BalWin2: Raumordnungsverfahren für Nordrhein-Westfalen ist abgeschlossen

Das Raumordnungsverfahren für den nordrhein-westfälischen Teil der Offshore-Netzanbindung BalWin2 ist abgeschlossen. Die Bezirksregierung Münster hat den von Amprion eingereichten Vorzugstrassenkorridor sowie den Konverterstandort auf dem Kraftwerksgelände in Ibbenbüren bestätigt. Amprion erwartet auch den Abschluss des Raumordnungsverfahrens in Niedersachsen in den kommenden Wochen.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Offshore-Windparks mit dem Übertragungsnetz an Land. Von der Nordsee kommend verlaufen die See- bzw. Erdkabel bis zu ihren Netzverknüpfungspunkten im niedersächsischen Wehrendorf (BalWin1) und im nordrhein-westfälischen Westerkappeln (BalWin2).

Im August 2023 hat Amprion die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster als zuständige Planungsbehörde eingereicht. Anschließend wurden die Planungen auf einer Vielzahl von öffentlichen Informationsveranstaltungen vorgestellt und diskutiert. Nun hat die Bezirksregierung Münster die raumordnerische Beurteilung veröffentlicht. Sie bestätigt den von Amprion vorgestellten Vorzugstrassenkorridor und beurteilt auch den Konverterstandort auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Ibbenbüren als raumverträglich.

Trassenkorridor verläuft auf Recker und Mettinger Gebiet

Der 650 Meter breite Trassenkorridor quert die Landesgrenze von Niedersachsen kommend westlich des Recker Moors. Von dort führt die Strecke östlich an Recke vorbei, quert den Mittellandkanal und verläuft in südöstlicher Richtung auf Mettinger Gemeindegebiet. Der Korridor verläuft dann westlich an Mettingen vorbei bis zum ehemaligen Kraftwerksgelände auf dem Schafberg in Ibbenbüren. Dort will Amprion die für die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom erforderliche Konverteranlage errichten. Amprion plant nach aktuellem Stand die bestehende Freileitung vom Kraftwerk bis zur Umspann-anlage Westerkappeln für den Anschluss des Konverters zu nutzen.

Trassenverlauf wird im Planfeststellungsverfahren festgelegt

Amprion-Projektleiterin Linda Halekotte zeigt sich zufrieden: „Wir freuen uns, diesen Meilenstein fristgerecht erreicht zu haben. In den kommenden Wochen erwarten wir diesen Schritt auch für den nieder-sächsischen Teil. Wir werden jetzt das Planfeststellungsverfahren weiter vorbereiten.“ Amprion will 2025 die Unterlagen für das Planfest-stellungsverfahren einreichen, in dem der konkrete Trassenverlauf und weitere Aspekte wie die Bauausführung festgelegt werden. Der nun festgelegte Trassenkorridor bildet die Grundlage für die weitere Planung.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land. Sie werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen. Das entspricht zusammen dem Bedarf von etwa 4 Millionen Menschen. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 155 bzw. 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 bzw. 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Westerkappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen.

Stefan Sennekamp
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Stefan Sennekamp
Projektsprecher Offshore