Offshore-Netzanbindungssysteme LanWin1 und LanWin3 werden zu BalWin1 und BalWin2 – Systeme sollen früher in Betrieb gehen

Die Amprion Offshore GmbH benennt die beiden Offshore-Netzanbindungssysteme LanWin1 und LanWin3 um. Grund dafür ist eine Änderung bei den Windparkflächen in der Nordsee. Die Projekte werden zukünftig unter den Namen BalWin1 und BalWin2 geführt. Sie sollen zwei beziehungsweise drei Jahre früher als zunächst geplant fertiggestellt werden.

Der kürzlich veröffentlichte Flächenentwicklungsplan des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sieht vor, BalWin1 (ehem. LanWin1) bereits 2029 statt 2031 in Betrieb zu nehmen, BalWin2 (ehem. LanWin3) bereits 2030 statt 2033. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung einen deutlich schnelleren Ausbau der Offshore-Windenergie anstrebt als ursprünglich geplant. So sollen laut Windenergie-auf-See-Gesetz im Jahr 2030 bereits 30 Gigawatt an Offshore-Windenergie installiert sein – zehn Gigawatt mehr als bisher vorgesehen. Dadurch ändern sich die Inbetriebnahme-daten und die anzuschließenden Windparkflächen in der Nordsee.

„Der neue Zeitplan für unsere Projekte ist nun noch ambitionierter als bisher“, sagt Christoph Evers, Gesamtprojektleiter bei Amprion. „Amprion unterstützt die Beschleunigung aber ausdrücklich. Wir werden unseren Beitrag leisten, um die Ziele zu erreichen.“

Projektnamen müssen angepasst werden

Die Projektnamen von Offshore-Netzanbindungssystemen sind traditionell an die anzuschließenden Windparkflächen in der Nordsee gekoppelt. So gibt es beispielsweise das sogenannte LanWin-Cluster mit den Windparkgebieten 11 und 12 oder das BalWin-Cluster mit den Gebieten 9 und 10. Beim ersten Teil der Namen fungieren die ostfriesischen Inseln als Namensgeber, der zweite Teil steht für „Wind“. LanWin steht demnach für „LangeoogWind“, BalWin hingegen für „BaltrumWind“. Da der Flächenentwicklungsplan nun eine Änderung der anzuschließenden Windparkflächen von 11-1 und 12-1 (LanWin-Cluster) zu 9-1 und 10-1 (BalWin-Cluster) vorsieht, muss Amprion die Projektnamen anpassen. So wird LanWin1 künftig zu BalWin1, LanWin3 wird zu BalWin2. „Die Namensänderung kann in der Öffentlichkeit natürlich anfangs zu Missverständnissen führen, auf die landseitige Planung gibt es jedoch keine Auswirkungen. Die Anpassungen betreffen nur die anzuschließenden Windparkflächen auf See und die Projektnamen“, sagt Stefan Sennekamp, Projektsprecher bei Amprion.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land. Sie werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen. Das entspricht zusammen dem Bedarf von etwa 4 Millionen Menschen. Sie sollen 2029 und 2030 in Betrieb genommen werden. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 155 bzw. 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 bzw. 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Westerkappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen.

Stefan Sennekamp
Stefan Sennekamp
Projektsprecher