Offshore-Leitungen LanWin1 und LanWin3 sollen mit BorWin5 gebündelt werden – Raumordnungsverfahren ist nicht erforderlich

Für die geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme LanWin1 und LanWin3 verzichtet das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems auf ein Raumordnungsverfahren im Abschnitt zwischen dem Anlandungspunkt Hilgenriedersiel (LK Aurich) und Bösel (LK Cloppenburg). Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion kann dadurch jetzt mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens beginnen.

Die beiden Offshore-Netzanbindungssysteme LanWin1 und LanWin3 sollen Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land verbinden. Von der Nordsee kommend verlaufen die See- bzw. Erdkabel bis zu ihren Netzverknüpfungspunkten im niedersächsischen Wehrendorf (LanWin1) und im nordrhein-westfälischen Westerkappeln (LanWin3). Die zuständige Landesplanungsbehörde hat nun bekannt gegeben, dass sie für einen etwa 100 Kilometer langen Genehmigungsabschnitt zwischen dem Anlandungspunkt in Hilgenriedersiel und Bösel auf die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens verzichtet. Nach intensiver Prüfung kam das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL) zu dem Ergebnis, dass eine Parallelführung von LanWin1 und LanWin3 mit BorWin5 die raum- und umweltverträglichste Alternative ist. Voraussetzung dafür sei die weitgehende Nutzung des landesplanerisch festgestellten und im Entwurf zur Änderung des Landesraumordnungsprogramms als Vorranggebiet dargestellten Trassenkorridors.

Amprion hatte zur Entscheidungsfindung vorab eine vorläufige Trassenplanung entworfen, die auf über 85 Prozent der Strecke eine Bündelung mit der planfestgestellten Trasse von BorWin5 ermöglicht. „Die Bündelung mit BorWin5 wurde im Rahmen der Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren sinnvollerweise von vielen Trägern öffentlicher Belange gefordert. Wir können dadurch die Genehmigungsverfahren beschleunigen und schonen gleichzeitig Mensch, Natur und Umwelt“, so Christoph Evers, Gesamtprojektleiter bei Amprion.

Da das Raumordnungsverfahren entfällt, kann Amprion früher als geplant mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens für diesen Abschnitt beginnen. 2025 will das Dortmunder Unternehmen die notwendigen Antragsunterlagen einreichen und in das Genehmigungsverfahren starten. „Mit der Entscheidung des ArL können wir für den nördlichen Teil der Landtrasse die Planungen deutlich schneller vorantreiben. Angesicht der derzeitigen Diskussion um einen beschleunigten Ausbau der Offshore-Windenergie ist das ein wichtiges Zeichen. Für den südlichen Abschnitt wollen wir Anfang 2023 die Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren einreichen, um auch dort zügig voranzukommen“, so Evers.

Stefan Sennekamp
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Stefan Sennekamp
Projektsprecher Offshore (Region Niedersachsen)