Tief Tristan bringt Schnee und Eisregen

Wintereinbruch: Keine Störungen im Übertragungsnetz

Das Übertragungsnetz hat den aktuellen Wintereinbruch in der Mitte Deutschlands gut überstanden. Dr. Frank Reyer, Leiter Netzführung und Systemsteuerung bei Amprion, blickt auf das zurückliegende erste Februar-Wochenende und die Herausforderung durch Sturmtief „Tristan“.

Herr Dr. Reyer, wie haben Sie Ende der vergangenen Woche auf die Nachricht des nahenden Wintereinbruchs reagiert?

Dr. Frank Reyer Dr. Frank Reyer, Leiter Netzführung und Systemsteuerung bei Amprion

Dr. Frank Reyer, Leiter Netzführung und Systemsteuerung bei Amprion

Dr. Frank Reyer: „Die Entwicklung des Wetters zu beobachten, gehört zu unseren täglichen Aufgaben in der Systemführung. Als am Donnerstagnachmittag klar wurde, dass wir in unserem Netzgebiet mit heftigen Schneefällen, gefrierendem Regen und starken Winden rechnen müssen, sind bei uns die Vorbereitungen angelaufen. Solche extremen Wetterlagen können zu Leitungsabschaltungen und im Extremfall zu Leitungsschäden führen. Wir haben die Besetzung unserer Leitwarten und Bereitschaftsdienste verstärkt. Außerdem haben wir unser Netz so sicher wie möglich aufgestellt. Das heißt: Wir haben auch Leitungen, die geplant nicht am Netz gewesen wären – weil sie beispielsweise gewartet wurden – kurzfristig wieder in Betrieb genommen.“

Wie lautet Ihre Bilanz nach dem Wochenende?

„Glücklicherweise gab es keine Schäden. Unser Netz hat den Wintereinbruch gut gemeistert. Positiv hervorheben möchte ich auch den sehr guten Austausch mit anderen Netzbetreibern in Deutschland und in den Niederlanden sowie mit unseren Netzkunden. Der Netzbetrieb ist immer ein Zusammenspiel von vielen Akteuren. Deswegen haben wir Kontakt zu unseren Partnern aufgenommen und die Vorbereitungen gemeinsam vorangetrieben. Diese gute und enge Zusammenarbeit lässt mich zuversichtlich auf mögliche zukünftige kritische Situationen blicken.“

Ist die Systemführung am Montag in den Normalbetrieb zurückgekehrt?

„Ja, allerdings unterscheidet sich unser Normalbetrieb gar nicht so gravierend von den letzten Tagen. Schließlich treffen wir jeden Tag aufs Neue zahlreiche Vorkehrungen, damit wir unser Netz sicher betreiben können. Das ist unsere Aufgabe und eine große Verantwortung – daher bereiten wir uns immer auf alle Eventualitäten vor. Wenn am Ende nichts passiert und der Strom wie gewohnt fließt, dann haben wir gute Arbeit geleistet.“