Erste Strombrücke nach Belgien eingeweiht

Europäischer Strommarkt wächst weiter zusammen

Ein Leuchtturmprojekt geht in Betrieb: Mit der ersten Stromverbindung zwischen Deutschland und Belgien wachsen die europäischen Energiemärkte weiter zusammen – ein wichtiger Schritt für die Energiewende und die Versorgungssicherheit.

Die Einweihung des „Aachen Lüttich Electricity Grid Overlay“ (ALEGrO) am 9. November 2020 markiert einen Meilenstein für den europäischen Strombinnenmarkt. Erstmals sind das deutsche und belgische Hochspannungsnetz direkt miteinander verbunden. Dank des neuen Erdkabels können erneuerbare Energien nun leichter in das Stromsystem integriert und grenzüberschreitend ausgetauscht werden. Beide Länder kommen damit ihrem gemeinsamen Ziel näher, ihre Energiesysteme nachhaltig umzubauen und gleichzeitig die Versorgung der Verbraucher und der Wirtschaft in der Region zu sichern.

Wie wichtig Netzausbauprojekte wie ALEGrO angesichts des Ausstiegs aus der Kernenergie- und Kohleverstromung sind, betonte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in ihrer Grußbotschaft: „Wie die Energiewende gelingt, hängt entscheidend von einem zügigen Ausbau und einer stärkeren Digitalisierung der Netze ab. Dabei ist die neue Stromverbindung zwischen Belgien und Deutschland nicht allein für unsere beiden Länder von Bedeutung, sondern auch für den Stromhandel und die Versorgungssicherheit in Europa insgesamt. Insofern ist der heutige Tag auch ein guter Tag für den Energie-Binnenmarkt. Zudem bringt ALEGrO die Integration erneuerbarer Energien in das europäische Versorgungssystem weiter voran. Deshalb machen wir auch mit Blick auf unsere Klimaziele in Europa, in guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit, einen wichtigen Schritt nach vorne.“ Die Kanzlerin dankte den Geschäftsführern von Amprion und Elia, Dr. Hans-Jürgen Brick und Chris Peeters, stellvertretend für die Energiewirtschaft, dass angesichts vieler Unsicherheiten, die die Coronavirus-Pandemie mit sich bringe, auf die Energieversorgung verlass sei.

Grußwort der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Inbetriebnahme von ALEGrO

Grußwort des belgischen Premierministers Alexander de Croo

ALEGrO geht in Betrieb

Im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses gaben die belgische Energieministerin Tinne van der Straeten und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gemeinsam mit Dr. Klaus Kleinekorte, CTO von Amprion, und Chris Peeters das symbolische Startsignal für ALEGrO. Wegen der aktuellen Coronalage fand die Inbetriebnahme ohne Gäste statt und wurde für die Projektbeteiligten aus Politik, Behörden und bei den Netzbetreibern digital übertragen. Kleinekorte dankte allen Beteiligten: „ALEGrO zeigt, dass es möglich ist, ein großes und technisch anspruchsvolles grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt in Deutschland im Zeit- und Kostenplan umzusetzen. Ein besonderer Dank gilt unserem Partner Elia und den Genehmigungsbehörden, die intensiv und effizient mit uns zusammengearbeitet haben.“

Innovationsprojekt zügig realisiert

ALEGrO verläuft von der der Umspannanlage Oberzier östlich von Aachen bis nach Lixhe in der Provinz Lüttich. Die 41 Kilometer lange Teilstrecke auf deutscher Seite hat Amprion realisiert, den 49 Kilometer langen belgischen Part der dortige Übertragungsnetzbetreiber Elia. ALEGrO ist auch in technischer Hinsicht ein Innovationsprojekt: Es ist das erste Erdkabel in Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) im deutschen Netz. Auf dem Weg dahin hatten die Übertragungsnetzbetreiber einige Herausforderungen zu meistern – nicht nur bei der technischen Planung, sondern auch im Hinblick auf die Synchronisation unterschiedlicher Genehmigungsprozesse auf beiden Seiten der Grenze. Dank der guten Zusammenarbeit mit den deutschen und den belgischen Behörden sowie der engen Kooperation der Projektteams von Elia und Amprion, konnte ALEGrO nach nur zweijähriger Bauzeit pünktlich fertig gestellt werden. „Der Klimawandel und die Energiewende stellen uns vor Herausforderungen, die wir nur gemeinsam in Europa meistern können“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet bei der Einweihungsfeier. „ALEGrO ist ein wichtiger Schritt zur Vertiefung des europäischen Strombinnenmarktes, eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende und ein Fortschritt in Richtung nachhaltige Versorgungssicherheit in beiden Regionen. ALEGrO ist ein Meilenstein für die grenzüberschreitende Stromversorgung.“

Gemeinsam zum Erfolg: Mitarbeitende von Elia und Amprion berichten von der engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit im ALEGrO-Projekt