Bohrungen unter der Ems fertiggestellt
Im Nordwesten Niedersachsens müssen die Erdkabelverbindung A-Nord und die beiden parallel verlaufenden Offshore-Leitungen DolWin4 und BorWin4 unter der Ems hindurchgeführt werden. Seit 2024 wurden zwischen Petkum und Pogum 14 Bohrungen durchgeführt, um darin die Kabelschutzrohre einziehen zu können.
A-Nord ist eines der zentralen Projekte der Energiewende in Deutschland. Die mehr als 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse soll zukünftig rund zwei Gigawatt Windstrom von der Nordsee bis ins Rheinland bringen.
Für den Bau der Trasse sind mehrere Fluss- und Kanalquerungen notwendig. Im nördlichsten der insgesamt sechs Teilabschnitte des Projekts müssen die Erdkabel von A-Nord und der beiden parallel verlaufenden Offshore-Leitungen DolWin4 und BorWin4 unter anderem unter der Ems hindurchgeführt werden. Dafür wurde der Fluss seit Dezember 2024 bei Petkum und Pogum unterbohrt.
Bohrungen 21 Meter unter der Ems
Auf einer Länge von 1.685 Metern und in einer Tiefe von 21 Metern unter der Ems-Sohle wurden insgesamt 14 Bohrungen im Horizontalspülbohr-Verfahren durchgeführt. David Sekula, Abschnittsverantwortlicher im Projekt A-Nord, beschreibt das Verfahren: „Bei der Baumaßnahme kam eine Bohranlage mit einer Zug- und Druckkraft von bis zu 250 Tonnen zum Einsatz. Jeder Bohrvorgang dauerte etwa vier Wochen. Hierbei wurde jeweils zunächst eine Pilotbohrung durchgeführt, danach folgte die Aufweitung und zum Schluss wurde das Kabelschutzrohr eingezogen.“
In dieser Woche wurde schließlich das letzte Kabelschutzrohr eingezogen und somit auch die letzte Bohrung abgeschlossen. Der Einzug des Leerrohres dauerte wie üblich rund zwei Tage. Der Einzug der Stromkabel folgt erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Bau im Rahmen der Integrierten Projektabwicklung
Der Bau von A-Nord und der Parallelführung mit den Offshore-Leitungen DolWin4 und BorWin4 wird nach dem Modell der Integrierten Projektabwicklung (IPA) durchgeführt. Amprion nutzt dieses innovative Vertragskonzept zum ersten Mal (weitere Informationen).
Ein Konsortium von sechs Tiefbaufirmen und einem Planungsbüro baut die rund 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse. „Wir freuen uns, dass wir die komplexe Unterquerung der Ems auch Dank der engen Zusammenarbeit mit den IPA-Partnern erfolgreich abschließen konnten“, so David Sekula.
Im Rahmen der Videoreihe „Amprion in Action“ wurde die Emsbohrung im vergangenen Jahr begleitet. Die Folge dazu finden Sie hier.