A-Nord macht weiter Strecke: Erste Kabel in NRW eingezogen

An über 120 Stellen der zukünftigen Stromtrasse wird derzeit gebaut – und nun ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht: Nach dem Start in Niedersachsen hat auch in Nordrhein-Westfalen der Kabeleinzug begonnen.

Die 300 Kilometer lange Erdkabelverbindung A-Nord soll zukünftig rund zwei Gigawatt Windstrom aus der Nordsee von Emden nach Meerbusch-Osterath bei Düsseldorf transportieren. Damit leistet das Projekt einen zentralen Beitrag zur Energiewende und zur sicheren Stromversorgung in Deutschland.

Wie die Kabel in den Boden kommen

Um Stromkabel unterirdisch zu installieren, werden zunächst Leerrohre in den Boden eingebaut. Sie umhüllen die Kabel und schützen sie dadurch. „Um die einzelnen Kabelabschnitte in die Leerrohre einziehen und sie miteinander verbinden zu können, werden sogenannte Muffengruben offengelegt“, erklärt Tanja Groß, Projektsprecherin bei Amprion. „Diese Gruben liegen etwa einen Kilometer auseinander. So lang sind die Kabelabschnitte, die wir auf einer Kabeltrommel transportieren können.“ Dabei kommt eine große Winde zum Einsatz, mit der das Kabel direkt von der Trommel in das Schutzrohr eingezogen wird.

Erster Transport durch Nordrhein-Westfalen

Aufgrund der Größe und des Gewichts der Kabeltrommeln gelangen die Kabelabschnitte per Schwerlasttransport zu den Muffengruben. Für die A-Nord-Abschnitte in Niedersachsen finden diese Transporte bereits seit April 2025 statt; am 18. März 2026 erreichte nun ein erster Schwerlasttransport in NRW sein Ziel.

Mit polizeilicher Unterstützung startete am Vorabend ein etwa 30 Meter langer Schwerlasttransporter mit einer etwa 50 Tonnen schweren Kabeltrommel im Krefelder Hafen und erreichte tief in der Nacht die Baustelle in Willich. „Am nächsten Morgen konnten wir das Kabel wie geplant einziehen“, sagt Tanja Groß. „Wir freuen uns sehr über die ersten 1.200 verlegten Meter in Nordrhein-Westfalen.“

Bis zu 2.000 Schwerlasttransporte im Projekt

In den nächsten Monaten werden weitere Schwerlasttransporte unterschiedliche Zielorte entlang der Erdkabeltrasse anfahren. „Innerhalb des Projekts werden in Niedersachsen und NRW insgesamt bis zu 2.000 Schwertransporte mit Kabeltrommeln notwendig sein, um alle Kabelabschnitte zu den Baustellen zu bringen“, weiß Stefan Wege, verantwortlich für die Schwerlastlogistik im Projekt. Um den Straßenverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, finden die Transporte nachts statt. Eventuell notwendige Straßensperrungen dauern nur kurzzeitig an.