Energiekabel unter dem Rhein eingezogen
Für den Bau des Energiewendeprojekts A-Nord müssen zwischen Rees und Xanten Erdkabel durch den Rhein gelegt werden. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die leeren Kabelschutzrohre im Fluss eingebaut worden waren, folgte jetzt der Einzug des ersten Stromkabels.
Die rund 300 Kilometer lange Stromverbindung A-Nord soll zukünftig Windstrom aus dem Nordseeraum in Emden aufnehmen und per Erdkabel nach Meerbusch-Osterath bei Düsseldorf bringen. Für den Bau musste der Rhein zwischen Rees und Xanten bei Rhein-Kilometer 834 durchquert werden.
Anspruchsvolles Bauverfahren
Im Rahmen der Rheinquerung musste die Trasse in offener Bauweise sowohl durch den Fluss als auch durch die Deiche an den Uferseiten gebaut werden. „Hinter der komplexen Maßnahme steht ein jahrelanges Planungs- und Genehmigungsverfahren“, erklärt Lukas Weigand, Abschnittsverantwortlicher. „Die Bauweise wurde gemeinsam mit den regionalen Verantwortungsträgern festgelegt.“
Im August 2025 wurden dafür die zunächst noch leeren Kabelschutzrohre in einem anspruchsvollen Bauverfahren in den Fluss eingezogen (Amprion berichtete): Baggerschiffe hatten auf dem Grund des Flusses eine etwa fünf Meter tiefe Rinne ausgehoben, anschließend zog ein sogenannter Dükerschlitten die insgesamt acht Kabelschutzrohre in diese Rinne ein. Bei dem Dükerschlitten handelte es sich um ein Stahlgerüst, auf dem die Kabelschutzrohre nebeneinander befestigt waren. Da der Rhein an der Stelle eine Breite von etwa 560 Metern hat, musste auch der Dükerschlitten etwas mehr als dieselbe Länge vorweisen.
Dükereinzug im August 2025
Erstes Stromkabel unter dem Rhein eingezogen
In dieser Woche folgte dann der Einzug des ersten Stromkabels. „Die besondere Herausforderung war dabei, dass das Kabelstück mit 2.100 Metern das längste auf der gesamten 300-Kilometer-Trasse ist“, so Tanja Groß, Projektsprecherin für das Projekt A-Nord. „Dadurch wog nur die Kabeltrommel mit dem Kabelstück schon etwa 86 Tonnen.“
Um das Kabelstück zu seinem Einsatzort im Rhein zu bringen, startete in der Nacht des 23. Juni ein etwa 30 Meter langer Schwerlasttransporter am Krefelder Hafen, der am frühen Morgen sein Ziel erreichte: Das linksrheinische Xanten. Das Kabel wurde dort mithilfe einer Winde direkt vom Schwertransporter in das Kabelschutzrohr bis zum rechtsrheinischen Rees (Haffen) gezogen. „Der erste Kabeleinzug am Rhein verlief ohne Komplikationen“, so Groß. Fünf weitere Kabeleinzüge werden dort noch folgen.