Den Windstrom an Land bringen – Langeoog als Teil der Energiewende

Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, sollen Windparks auf See im Jahr 2045 so viel elektrische Leistung bereitstellen wie etwa 80 große Kohlekraftwerke. Dafür braucht es nicht nur neue Offshore-Windparks, sondern auch neue Leitungen, die sie mit dem Übertragungsnetz verbinden. Der Insel Langeoog kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da die Leitungen auf ihrem Weg von den Offshore-Windparks in der Nordsee bis in die Verbrauchszentren von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen die Insel im „Langeoog-Korridor“ unterqueren. Amprion wird dabei im Bereich der Insel Langeoog sechs Netzanbindungssysteme mit einer Übertragungsleistung von jeweils zwei Gigawatt installieren. Das entspricht in Summe etwa dem elektrischen Bedarf von zwölf Millionen Menschen.

Visuelle Elemente & Text:
Titel & Logo: Oben links steht der Titel „OFFSHORE-NETZANBINDUNGSSYSTEME IM LANGEOOG-KORRIDOR“. Oben rechts befindet sich das Logo von „amprion“ mit dem Zusatz „Offshore“.
Geografie: Die Insel Langeoog ist als grün-gelbe Fläche in einer hellblauen Wasserumgebung dargestellt. Beschriftete Orte auf der Insel sind: Wasserturm, Flugplatz Langeoog, Hafen, Melkhörndüne, Meierei und Osterhook.
Leitungskorridore: Im Osten der Insel verlaufen zwei breite, violett schraffierte Flächen von Nord nach Süd quer über die Insel und das angrenzende Watt/Meer.
Der westliche Korridor ist mit C6a beschriftet.
Der östliche Korridor ist mit C6b beschriftet.
Innerhalb der Korridore verlaufen mehrere parallele, gepunktete Linien in Magenta und Orange.
Legende: Unten links befindet sich eine Legende, die folgende Symbole erklärt:
Schwarze Linie: Korridor C6a
Dunkelblaue Linie: Korridor C6b
Magenta Linie: Systeme Amprion
Orange Linie: Systeme TenneT
Hellblauer Kreis: Fahrwasser
Graues Quadrat: Gemeinde
Ein roter Nordpfeil zeigt nach oben.
Fußzeile: Am unteren Rand steht der Text: „Schematische Darstellung, Stand: Juni 2025“.

Damit die Kabel für die Umwelt sicher und schonend im Bereich der Insel verlegt werden können, setzen wir das sogenannte Horizontalspülbohrverfahren zur Unterquerung von Langeoog ein, um im ersten Schritt unterirdische Kabelschutzrohre zu verlegen. In diese Schutzrohre werden später die eigentlichen Gleichstromkabel eingezogen. Nähere Informationen zu dem Horizontalbohrverfahren finden sie  hier.

Für das erste Offshore-Netzanbindungssystem soll voraussichtlich ab dem Jahr 2028 mit der Querung unter Langeoog begonnen werden.

Rücksicht auf Mensch, Natur und Umwelt

Amprion versteht sich als nachhaltiges Unternehmen. Der Schutz von Mensch, Natur und Umwelt hat für uns einen hohen Stellenwert. So wurden beispielsweise für den Langeoog-Korridor im Raumordnungsverfahren „Seetrassen 2030“ umfassende Untersuchungen zum Schutz von Natur und Umwelt durchgeführt. Mit der Umsetzung von Offshore-Netzanbindungssystemen im Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ übernehmen wir mit Beginn der Planungen zudem eine besondere Verantwortung. Daher führen wir seit 2024 umfassende Kartierungen im Bereich des Natur- und Artenschutzes durch. Auch die Kenntnisse des Baugrundes sind für die Planungen wichtig. Aus diesem Grund werden wir im Sommer 2025 auf der Insel Langeoog mit Untersuchungen zur Erkundung des Baugrundes beginnen. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens wird vor der Zulassung für jede Leitung geprüft, ob der Schutz von Mensch, Natur und Umwelt bei der Realisierung des Vorhabens sichergestellt ist.

Schutz der Langeooger Süßwasserlinse

Unterhalb der Insel Langeoog befindet sich eine Süßwasserlinse, welche die Gemeinde unabhängig vom Festland mit Trinkwasser versorgt. Um die derzeitige und zukünftige Trinkwasserversorgung weiterhin sicherzustellen, haben wir die Süßwasserlinse gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT anhand wissenschaftlicher Kriterien untersucht. Zusammen mit den Landes- und Fachbehörden haben wir die Grundlagen für ein Modell entwickelt, aus dem sich verlässliche Prognosen für die Auswirkungen unserer Baumaßnahmen auf die Eigenschaften der Süßwasserlinse ableiten lassen. Als Ergebnis dieser umfassenden Untersuchungen und Studien lässt sich feststellen, dass die Bauarbeiten und der spätere Betrieb unserer Offshore-Leitungen mit der Trinkwassergewinnung auf der Insel Langeoog vereinbar sind.

3D-Modell der Süßwasserlinse unter Langeoog

Jonas Laudage
Jonas Laudage
Projektsprecher Niedersachsen