Amprion passt Fertigstellungstermin für Offshore-Netzanbindungssystem BalWin1 an

Zwei Bagger arbeiten an einem Küstenabschnitt, umgeben von Sanddünen und Wasser, mit mehreren Arbeitspersonen vor Ort.

Amprion verschiebt die Fertigstellung von BalWin1 auf 2031. Gründe sind Mehraufwände bei Offshore-Konverterplattform und Baugrundbedingunen am Onshore-Standort.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur den voraussichtlichen Fertigstellungstermin für das Offshore-Netzanbindungssystem BalWin1 angepasst. Statt wie bisher geplant am 16. September 2030 soll BalWin1 nun zum 15. September 2031 in Betrieb gehen. Die Bundesnetzagentur hat den entsprechenden Antrag von Amprion auf der Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes (§ 17 d Abs. 2 EnWG) genehmigt. Auch der Betreiber des betroffenen Offshore-Windparks Windbostel Ost hat den Antrag unterstützt.

Hintergrund der Verschiebung sind die Designentwicklung der Offshore-Konverterplattform und sich daraus ergebende Mehraufwände bei der Fertigung sowie herausfordernde Baugrundbedingungen am Standort der Onshore-Konverterstation. Beide Faktoren führen zu einem zusätzlichen Zeitbedarf im Projektablauf, der sich nicht kompensieren lässt. Auf die Arbeiten der anderen Gewerke, z. B. die Umsetzung der Kabeltrasse an Land, hat die Verschiebung keine Auswirkungen.

BalWin1 weiterhin im ursprünglich vorgesehenen Zeitplan

Das neue Fertigstellungsdatum entspricht dem ursprünglich bei Projektstart vorgesehenen Zieljahr 2031. Im Zuge der Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) und der Anhebung der Offshore-Ausbauziele für 2030 war das angestrebte Fertigstellungsdatum seinerzeit im laufenden Projekt um zwei Jahre vorgezogen worden. Mit der nun vorgenommenen Anpassung kehrt BalWin1 terminlich zum ursprünglich geplanten Realisierungskorridor zurück.

Die Verschiebung des Fertigstellungstermins erfolgte in enger Abstimmung mit Windbostel Ost, die den anzubindenden Offshore-Windpark plant und errichtet. Ziel ist eine verlässliche Koordination der Zeitpläne von Netzanschluss und Erzeugungsanlagen, um eine geordnete Inbetriebnahme sicherzustellen.

Auch das Schwesterprojekt BalWin2 ist von der neuen Planung betroffen. Das Konsortium aus Dragados Offshore und Siemens Energy baut sowohl die Konverterstationen für BalWin1 als auch für BalWin2. Der angepasste Zeitplan für BalWin1 hat daher auch sukzessive Auswirkungen auf die Terminplanung von BalWin2. Sobald der neue Zeitplan belastbar ist, wird Amprion eine Verschiebung des voraussichtlichen Fertigstellungsdatums für BalWin2 beantragen.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land. Sie werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen. Das entspricht zusammen dem Bedarf von etwa 4 Millionen Menschen. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst etwa 155 bzw. 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 bzw. 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Westerkappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen.

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Stefan Sennekamp
Stefan Sennekamp
Projektsprecher Niedersachsen