Seekabelverlegung: Barge erreicht voraussichtlich am Montag den Oase-Strand

Amprion kommt mit der Seekabelverlegung für DolWin4 nördlich von Norderney gut voran: Voraussichtlich am Montag erreicht die Verlegebarge „Barbarossa I“ den Oase-Strand und fällt dort trocken. Anschließend werden die Kabel in die Leerrohre unter der Insel eingezogen. Dabei kommt es zu räumlich und zeitlich begrenzten Einschränkungen am Strand. Am Dienstag, 2. Juni informiert Amprion am Conversationshaus über die Arbeiten.

Anfang Mai hat das von Amprion mit der Kabelherstellung und -verlegung beauftragte Unternehmen Prysmian mit der Einrichtung der Baustellen auf der Insel begonnen. Voraussetzung hierzu war die behördliche Genehmigung eines vorzeitigen Baubeginns unter strengen naturschutzfachlichen Auflagen. Am Pfingstwochenende fand das sogenannte Transpooling statt. Dabei wurden die Seekabel zwei Kilometer nördlich der Insel vom Kabelverlegeschiff „Prysmian Marco Polo“ auf die flachgängige Verlegebarge „Barbarossa I“ umgespult. Diese machte sich anschließend entlang der geplanten Kabeltrasse auf den Weg Richtung Insel, um die Kabel im Nearshore-Bereich zu verlegen.

Am Dienstag, 2. Juni, steht das Amprion-Infomobil vor dem Conversationshaus. Von 16 bis 18 Uhr informieren Amprion-Mitarbeitende dort über die Baumaßnahme.

Kabelverlegebarge Barbarossa I fällt am Strand trocken

Voraussichtlich am Montag, 01. Juni erreicht die Barbarossa I den Oase-Strand und fällt anschließend nordöstlich der Strandsauna trocken. Bei der Ankunft am Strand werden Ankerseile an die zuvor ausgebrachten Anker gespannt und der Bereich wird für wenige Tage abgesperrt. Die Kabel werden anschließend von der Barbarossa I abgespult und in einer Schlaufe in westliche und südliche Richtung auf einer Länge von etwa 700 Metern auf dem Strand ausgelegt. Auch der Bereich der ausgelegten Kabel wird zeitweise gesperrt. Anschließend werden die Kabel mit Seilwinden vom Strand zur Inselmitte in die vorinstallierten Kabelschutzrohre eingezogen. Insgesamt ist mit Einschränkungen im Badebetrieb für einen Zeitraum von etwa einer Woche zu rechnen. Nach dem Kabeleinzug bringen Bagger beziehungsweise Spülbagger die Kabel am Strand und im Brandungsbereich in den Boden ein. Dabei wird der Arbeitsbereich

ebenfalls zeitweise gesperrt. Das Badefeld ist dann jedoch wieder zugänglich. Der Abschluss der Arbeiten am Strand ist für Anfang Juli vorgesehen.

Aktuelle Informationen zu den aktuellen Einschränkungen finden Sie auf der Projektwebsite.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4

Die weitestgehend parallel verlaufenden Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 gehören zu den wichtigen Energiewende-Projekten in Deutschland. Sie sollen 2028 in Betrieb gehen. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 60 bzw. 125 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Von dort aus verlaufen sie noch rund 155 Kilometer als Erdkabel in Richtung der Umspannanlage Hanekenfähr in Lingen (Ems), wo Amprion sie an sein Übertragungsnetz anschließen wird. Dort ging im April 2023 das Kernkraftwerk Emsland vom Netz. DolWin4 und BorWin4 stellen sicher, dass die entfallene Erzeugungskapazität durch 1,8 GW Offshore-Windenergie ersetzt wird.

Stefan Sennekamp
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Stefan Sennekamp
Projektsprecher Niedersachsen