Umfrage: Fast die Hälfte der Industrieunternehmen in Deutschland fürchtet um die Sicherheit der Stromversorgung

Mehr als zwei Drittel der Industrieunternehmen in Deutschland bewerten die aktuelle Sicherheit ihrer Stromversorgung als „gut“ bis „sehr gut“. Zugleich erwarten 43 Prozent, dass sich die Versorgungslage künftig verschlechtern könnte. Amprion hat einen Plan vorgelegt, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherstellen zu können.

Neben der Sorge vor externen Angriffen wächst in der deutschen Industrie die Angst vor einer möglichen Strommangellage und einem verzögerten Netzausbau. Viele Unternehmen fordern deshalb nicht nur einen besseren Schutz der Strominfrastruktur, sondern vor allem auch mehr Tempo beim Bau neuer Kraftwerke und dem Netzausbau. So sprechen sich 59 Prozent der Befragten für einen beschleunigten Netzausbau aus.

Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 500 Entscheider*innen aus deutschen Industrieunternehmen ab 1.000 Mitarbeiter*innen hervor, die der Übertragungsnetzbetreiber Amprion beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat.

Maßnahmenplan von Amprion zeigt Lösungen auf

Als Übertragungsnetzbetreiber ist Amprion nicht nur für den Netzausbau verantwortlich, sondern sorgt auch für die Stabilität des deutschen und europäischen Verbundnetzes. Aus dieser Verantwortung für die Versorgungssicherheit heraus hat das Unternehmen einen 12-Punkte-Plan entwickelt, der zentrale Hebel für ein sicheres Stromsystem identifiziert und konkrete Vorschläge für Politik und Branche macht.

„Unsere Umfrage zeigt: Versorgungssicherheit ist für viele Unternehmen keine Selbstverständlichkeit mehr“, sagt Amprion-CEO Dr. Christoph Müller. Resilienz werde immer wichtiger, so Müller. „Aber Versorgungssicherheit hat viele Elemente, die ineinandergreifen müssen. Mit unserem 12-Punkte-Plan zeigen wir, an welchen Stellschrauben Politik und Branche jetzt drehen müssen, damit die Stromversorgung auch in Zukunft verlässlich bleibt und der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt wird.“

Ausreichend gesicherte Leistung bildet Basis

Eine verlässliche Versorgung gelingt nur, wenn ausreichend gesicherte Leistung und Übertragungskapazitäten verfügbar sind. Die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung ist ein entscheidender Schritt – unter der Voraussetzung, dass die Kraftwerke bis Anfang der 2030er Jahre gebaut sind und zuverlässig Strom liefern. „Übergangsweise sollten daher mögliche Versorgungslücken mit einem Weiterbetrieb der Kraftwerksreserven über das Jahr 2031 hinaus abgesichert werden”, fordert Müller.

Wegen des hohen Bedarfs braucht es zusätzlich zu den anvisierten zwölf Gigawatt einen dauerhaften Kapazitätsmarkt. Die Übertragungsnetzbetreiber unterstützen eine schnelle Umsetzung des neuen Strommarktdesigns.

Netzdienlichkeit muss im Fokus stehen

Darüber hinaus sollten EE-Anlagen mittelfristig vollständig in den Strommarkt integriert werden. Anlagen müssen auf Preissignale reagieren – „produce and forget“ müsse der Vergangenheit angehören, so Müller, „im Notfall müssen die Anlagen durch uns Netzbetreiber steuerbar sein.“

Batteriespeicher bieten großes Potenzial für den Strommarkt, können aber bestehende Netzengpässe verschärfen oder neue verursachen. Hohe Redispatch-Kosten wären die Folge. Daher muss sichergestellt werden, dass sich Speicher zukünftig netzdienlich verhalten. Dafür braucht es neue Regeln.

Auch andere neue Großverbraucher wie Elektrolyseure müssen sich so verhalten, dass die Systemstabilität weiter gewährleistet werden kann. Die entsprechenden Anforderungen sollten in den technischen Anschlussregeln verankert werden. Entwürfe dafür liegen der EU-Kommission bereits vor und müssen nun zeitnah verabschiedet werden.

„Viele dieser Maßnahmen sind bereits länger in der Diskussion“, sagt Müller. „Entscheidend ist nun, dass alle Akteure aus Politik, Regulierung, Markt und Netzbetrieb schnell und konsequent handeln, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch über das Jahr 2030 hinaus zuverlässig aufrecht erhalten zu können.“

Download und Link

Zum 12-Punkte-Plan von Amprion
 Zur Civey-Umfrage

Joana Niggemann
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Joana Niggemann
Pressesprecherin