Gleichstromverbindung Korridor B: Amprion stellt mögliche Trassenkorridore vor

Für eine der leistungsstärksten Stromautobahnen Deutschlands wird die Planung konkret: Ab 2030 transportiert Korridor B Windenergie aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen ins Ruhrgebiet. Die Kapazität entspricht fünf großen Kohlekraftwerken. Jetzt hat Amprion Vorschläge zum Verlauf der Trassenkorridore vorgestellt.

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat mögliche Trassenkorridore für den Verlauf der beiden Erdkabelleitungen veröffentlicht, die künftig an der Nordseeküste gewonnenen Strom aus Windenergie von Heide/West nach Polsum sowie von Wilhelmshaven nach Hamm transportieren. Die Leitungskapazität von insgesamt vier Gigawatt entspricht der elektrischen Leistung von fünf großen Kohlekraftwerken. Damit liefert Korridor B einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Stromversorgung von Bevölkerung und Wirtschaft im Ruhrgebiet, Deutschlands größtem Ballungsraum. Die vorgestellten Entwürfe des Korridornetzes stehen ab sofort unter  www.korridor-b.net zur Verfügung.

„Unser Ziel bei der Korridorfindung war, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten“, sagt Arndt Feldmann, Gesamtprojektleiter für Korridor B. „Aus diesem Grund sieht unsere Planung vor, beide Erdkabelverbindungen im mittleren Bereich ihrer Verläufe parallel zu verlegen.“ Mit dieser sogenannten Stammstrecke reduziert Amprion den Flächenbedarf und den Aufwand im Genehmigungsverfahren. Zugleich ermöglicht dieses Vorgehen einen beschleunigten Bau der Leitungen.

„In den kommenden Wochen suchen wir nun das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie mit Behörden und Verwaltungen entlang der Trassenkorridore. Wir informieren sie über das Vorhaben und arbeiten nach ihren Anregungen und Hinweisen unsere Planung weiter aus“, erklärt Feldmann. Hierfür wird Amprion zu regionalen Informations- und Dialogterminen einladen.

Bei den vorgestellten Trassenkorridoren handelt es sich um mehrere mögliche Verlaufsvarianten von zunächst rund 1000 Metern Breite, bei deren Entwicklung bereits zahlreiche Informationen etwa zur Besiedelung oder zu Naturschutzgebieten eingeflossen sind. Im kommenden Jahr wird Amprion bei der Bundesnetzagentur als zuständiger Genehmigungsbehörde das Verfahren zur Bundesfachplanung einleiten. Unter Beteiligung der Öffentlichkeit wählt die Bundesnetzagentur hierbei eine Korridorvariante je Leitungsvorhaben aus. Innerhalb dieses Vorzugskorridors wird anschließend in einem gesonderten Genehmigungsverfahren (Planfeststellung) der konkrete Verlauf der Erdkabeltrasse bestimmt, ebenfalls unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Das Gleichstromprojekt Korridor B

Korridor B umfasst die beiden seit 2021 im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) verankerten Leitungsbauvorhaben Heide/West – Polsum (Nr. 48) und Wilhelmshaven – Hamm (Nr. 49). Die Vorhaben werden in Höchstspannungsgleichstrom-Technologie (HGÜ) mit einer Nenngleichspannung von 525 Kilovolt umgesetzt. Amprion plant Korridor B vorrangig als Erdkabel. Die Übertragungskapazität beträgt insgesamt vier Gigawatt elektrische Leistung.

Die Entfernung zwischen den Netzverknüpfungspunkten Heide/West und Polsum beträgt rund 440 Kilometer. Die Netzverknüpfungspunkte Wilhelmshaven und Hamm sind rund 270 Kilometer voneinander entfernt. Das jetzt vorgestellte Trassenkorridornetz verläuft durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Tobias Schmidt
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Tobias Schmidt
Projektsprecher