Letzte vier Transformatoren erreichen Konverter in Emden
In Emden-Petkum baut Amprion derzeit den Startpunkt für die Erdkabeltrasse A-Nord. Zu den wichtigsten Bausteinen des Konverters gehören 13 Transformatoren. Auch die letzten vier wurden jetzt erfolgreich zur Baustelle transportiert.
A-Nord ist eines der zentralen Projekte der Energiewende in Deutschland. Die über 300 Kilometer lange Erdkabeltrasse soll zukünftig rund 2.000 Megawatt Windstrom von der Nordsee bis ins Rheinland bringen.
Um eine solche Menge Energie zu übertragen, muss der Strom für seinen Transport per Erdkabel von Wechsel- in Gleichstrom umgewandelt werden. Diese Aufgabe soll zukünftig die neue Amprion-Konverterstation in Emden-Petkum übernehmen. Sie ist daher ein wichtiger Bestandteil von A-Nord. Seit 2023 wird die Anlage gebaut.
Transportgewicht von 196 Tonnen
In den Nächten vom 20. bis 24. April hat Amprion die letzten vier der insgesamt 13 Transformatoren für den Konverter zur Baustelle transportiert. Bereits im vergangenen Oktober hatten die ersten Transformatoren die Konverter-Baustelle erreicht, im Dezember und Februar folgten weitere. „Die Schwertransporte vom Emder Hafen fanden nachts statt, um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen“, so Projektsprecherin Tanja Groß. Die Reise der Transformatoren hatte zuvor vom Werk des Herstellers Siemens Energy in Nürnberg aus per Schiff bis zum Emder Industriehafen geführt.
Hier wurden sie für die letzten fünf Kilometer bis zur Konverterbaustelle auf einen Schwertransporter umgeladen. Michael Hegmanns, Projektleiter für den Konverterbau, beschreibt die Dimensionen: „Die Transformatoren sind jeweils etwa sieben Meter lang sowie über vier Meter hoch wie breit. Ihr Transportgewicht von 196 Tonnen verteilt sich auf einen 18-achsigen und rund 50 Meter langen Schwerlastanhänger mit Zugmaschine. Zum Vergleich: Eine leere Passagiermaschine wiegt in etwa 50 Tonnen.“
Vom Emder Hafen aus ging es über die Straße „Zum Nordkai“ weiter über die Petkumer Straße und den Wykhoffweg. Für den Wykhoffweg wurde ein temporäres Parkverbot eingerichtet, zudem musste die Brücke über den Ems-Seitenkanal für rund eine Woche gesperrt werden, da diese für den Transport ertüchtigt wurde. „Für die Transporte wurde außerdem die dort befindliche Bahnlinie für jeweils eine Stunde außer Betrieb genommen“, ergänzt Tanja Groß.
Hochmoderne Anlage
Das Konzept der Konverterstation zählt zu den modernsten seiner Art. Der Konverter wird künftig nicht nur Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln, sondern hat auch darüber hinaus eine weitere wichtige Aufgabe für eine zukunftssichere Energieversorgung: Mit seiner Hilfe lässt sich die Netzspannung regulieren und stabilisieren. „Bisher übernehmen diese Funktion noch konventionelle Großkraftwerke“, erklärt Michael Hegmanns. „Je mehr von ihnen vom Netz gehen, desto wichtiger werden hochmoderne Anlagen wie der Konverter in Emden-Petkum.“
Kernelement der Konverterstation sind vier Umrichter. Sie wandeln Wechsel- in Gleichstrom und umgekehrt. Die Umrichter werden über die Transformatoren mit dem Wechselstromanschluss verbunden. Sie passen die Netzspannung auf die erforderliche Eingangsspannung der Umrichter an.