DolWin4: B-17-Fliegerwrack am Standort der Amprion-Konverterplattform

Bei Kampfmitteluntersuchungen im Bereich der geplanten Amprion-Konverterplattform DolWin delta wurde das Wrack eines B-17-Flugzeugs aus dem zweiten Weltkrieg identifiziert. In den vergangenen Wochen konnte das Flugzeugwrack geprüft werden. Es ergeben sich keine Verzögerungen für das Projekt.

Im Zuge einer routinemäßigen Kampfmitteluntersuchung für den Bau der Offshore-Netzanbindung DolWin4 hat Amprion im Sommer vergangenen Jahres Wrackteile eines US‑amerikanischen B‑17‑Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert – rund 260 Meter vom Zentrum der geplanten Konverterplattform entfernt. Da es sich um eine Maschine der US‑Streitkräfte handelt, wurde umgehend die US Air Force in Ramstein und anschließend die Defense POW/MIA Accounting Agency (DPAA) als zuständige Behörde eingebunden, die die Arbeiten an Bord des Vermessungsschiffs vor Ort begleitete.

Die Untersuchung des Wracks führte die Rheinmetall EOD Services GmbH durch. Die Expertise der DPAA zu Flugzeugdetails, dem Umgang mit möglichen menschlichen Überresten sowie zur Einordnung von Kriegsgräbern und archäologischen Wrackfunden erwies sich laut Amprion als ausgesprochen hilfreich.

Im Mittelpunkt der Arbeiten standen die Fragen, ob sich das Flugzeug im Ganzen vor Ort befindet und gegebenenfalls noch Kampfmittel an Bord waren, ob die Maschine beispielsweise über Seriennummern eindeutig identifiziert werden kann und ob es Hinweise auf menschliche Überreste der Besatzung gibt.

Die Untersuchung des Fundorts durch Rheinmetall EOD Services fand von Mitte November bis Weihnachten 2025 statt. Zunächst wurde mittels Elektromagnetometer eine detaillierte Untersuchung durchgeführt, um Lage und Ausmaß des Wracks zu kartieren. Anschließend wurde das Wrack abschnittsweise freigespült; die Überdeckung betrug rund 1,5 Meter. Mit Unterstützung der DPAA konnte der Bereich der Bombenkammer rasch lokalisiert werden. Über geöffnete Luken ließ sich der Innenraum der Bombenkammer freilegen und überprüfen. Das Ergebnis: Es befanden sich keine Bomben mehr an Bord. Der wracknahe Bereich und die Bombenkammer wurden überprüft und geräumt.

Damit konnte Amprion den Bereich um die Fundstelle für die weiteren Projektarbeiten freigeben. Voraussichtlich werden keine Verzögerungen im Projektablauf entstehen.

Weitere Funde und Daten zur Identifizierung der Maschine sowie zur Frage möglicher menschlicher Überreste werden derzeit ausgewertet. Das weitere Vorgehen wird eng mit den zuständigen deutschen Behörden und der DPAA abgestimmt. Der Schutz von Mitarbeitenden und Umwelt sowie die würdige Behandlung möglicher Kriegsgräber haben für Amprion höchste Priorität.

Stefan Sennekamp
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Stefan Sennekamp
Projektsprecher Niedersachsen