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Neustrukturierung des Hochspannungsnetzes im Bereich der Umspannanlagen Polsum und Kusenhorst

Ab 4. Oktober sind bei RWE wieder Monteure an den Hochspannungsleitungen in Westerholt und Wanne im Einsatz. In Westerholt bauen sie einen 54 Meter hohen 380 Kilovolt-(kV)-Strommasten in die vorhandene Leitungstrasse ein. Die Fundamente sind bereits erstellt und das Stahlgestänge vormontiert, so dass der 40 Tonnen schwere Mast am 4. Oktober mit Hilfe eines Autokrans eingesetzt werden kann. Anschließend werden die Leitungsseile montiert und ab dem 4. November fließt der Strom über den neuen Masten.

Parallel dazu werden bis zum 14. Oktober im Raum Wanne Vorarbeiten für die Demontage einer Leitungstrasse durchgeführt. Die Leitungsseile dieser Trasse werden auf frei gemachte Traversenplätze einer parallelen Leitungstrasse verlegt. Ab Mitte Oktober bis Ende Februar 2006 wird die frei gewordene Trasse auf einer Länge von 6,5 Kilometern von Wanne bis Westerholt demontiert. Zeitgleich werden 5 Kilometer Freileitung von der Umspannanlage Polsum bis Westerholt abgebaut.

Hintergrund der Umbaumaßnahmen ist die Neustrukturierung des RWE-Hochspannungsnetzes im nördlichen Ruhrgebiet, mit der im Sommer 2003 begonnen wurde. Tiefgreifende strukturelle Veränderungen im gesamten Ruhrgebiet vor allem im Bereich der stromintensiven Kohle- und Stahlindustrie haben auch ihre Auswirkungen auf das Hochspannungsnetz. Dreh- und Angelpunkt sind die Umspannanlagen Polsum und Kusenhorst.

Umspannanlage Polsum: Schalt- und Umspannfunktionen werden verlagert

Die an den Stadtgrenzen von Gelsenkirchen, Dorsten und Marl gelegene 380/220 kV-Umspannanlage Polsum liegt in einem Bergsenkungsgebiet. Auf Grund der hiermit verbundenen Rückwirkungen auf die Betriebssicherheit musste die Anlage in der Vergangenheit häufiger in erheblichem Umfang baulichen Veränderungen unterzogen werden. Auch für die kommenden Jahre werden noch beachtliche Bodenabsenkungen vorhergesagt, die unter technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine teilweise Verlagerung der Schalt- und Umspannfunktionen in die rund acht Kilometer entfernte, im Stadtgebiet Marl liegende Anlage Kusenhorst sinnvoll machen. Der komplette 220 kV-Anlagenteil der Umspannanlage Polsum wird Ende 2006 außer Betrieb genommen und anschließend demontiert.

Netzkapazität wird an den Bedarf angepasst

Für diese Verlegung entwickelte RWE ein Konzept, dass eine weitgehende Netzverschlankung ermöglicht. Dabei werden überwiegend bereits vorhandene Hochspannungsfreileitungen verwendet. Insgesamt sind nur vier neue Strommasten an den neuen Verknüpfungspunkten der Freileitungstrassen erforderlich: in Hattingen, Kusenhorst, Haus Repel und Westerholt. So kann die Netzkapazität optimal an den Bedarf angepasst werden. Vorteile ergeben sich aus den nun möglichen Rückbaumaßnahmen bei gleichzeitigem stärkerem ¿Vermaschen¿ der Hochspannungsnetze.

Rund 20 Kilometer Freileitungen und rund 80 Maste werden demontiert

Außer den bereits erwähnten Demontagen der 380 Kilovolt-Leitungstrassen von Polsum bis Westerholt und von Westerholt bis Wanne werden 2006 weitere ca. 5 Kilometer der 380-kV-Freileitung von Polsum bis zum Haus Repel demontiert. Im Jahr 2003 erfolgte bereits der Rückbau von ca. 3,5 Kilometer 110-kV-Freileitung von Polsum bis zur Umspannanlage Buer. Dies bedeutet den Abbau von insgesamt 80 Hochspannungsmasten.

Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt beträgt ca. 24 Millionen Euro. Mit der Maßnahme wurde im Sommer 2003 begonnen, der Abschluss ist für 2006 vorgesehen.

Dr. Andreas Preuß
Dr. Andreas Preuß
Pressesprecher
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