Handlungsfeld Umwelt

Ein Amprion-Mitarbeiter in gelber Schutzkleidung inmitten einer grünen Umwelt unter einer Freileitung
Das Bild zeigt zwei ineinander liegende Kreise in verschiedenen Schattierungen von Grün. Im dunkleren Kreis befindet sich ein stilisiertes Blatt eines Laubbaumes.

Wir streben für den eigenen Betrieb Klimaneutralität an, gehen bewusst mit Ressourcen um und achten auf den Natur- und den Artenschutz, indem wir sie zu integralen Bestandteilen unserer Projekte machen. Wir engagieren uns für:

  • Naturschutz
  • Artenschutz
  • Ressourcenschonung und Klimaschutz

Naturschutz

Der Netzausbau ist für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar. Nur so lassen sich die Klimaziele der EU und Deutschlands erreichen. Dabei berühren die Leitungen Landschaften, Wälder und Wiesen, Küsten und Gewässer – und nehmen so Einfluss auf die verschiedenen Ökosysteme. Diese zu schützen begreift Amprion als wichtigen Teil seiner Verantwortung.

Etwa 9000 Hektar werden aktuell auf Basis des ökologischen Trassenmanagements gepflegt.

Seit mehr als 20 Jahren nimmt Amprion eine Vorreiterrolle im Bereich der schonenden Trassenpflege ein. Sie beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz: Umweltaspekte berücksichtigen wir sowohl bereits bei Planung als auch nachfolgend bei Bau und Betrieb unserer Leitungen und Anlagen. Den Kern unseres betrieblichen Engagements bildet unser über Jahre gewachsenes ökologisches Trassenmanagement, das wir intern und in Abstimmung mit zentralen Stakeholdern stetig weiterentwickeln. Entlang des Leitungsnetzes konnten so zahlreiche Lebensräume entstehen, in denen sich auch geschützte Arten ansiedeln.

Amprion setzt beim Stromtransport auf innovative Technologien und berücksichtigt hierbei ihre Umweltverträglichkeit. Das gilt auch für die Erdverkabelung, die zwar das Landschaftsbild erhält, aber teils umfangreiche Eingriffe in den Boden erfordert.

Der Leitungsbau auf See wird nötig, um   Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz anzubinden. Über die gesetzlichen Vorgaben auf EU-, Bundes- und Landesebene hinaus ergreifen wir Maßnahmen, um die dortigen Lebensräume zu schützen. Im Nationalpark Wattenmeer folgen wir etwa dem „Null-Einleitungs-Prinzip“. Das heißt, wir hinterlassen nichts, was nicht auch auf natürliche Weise dort vorkommt. Im Rahmen des Meeresschutzes nehmen wir Rücksicht auf die Tierwelt. Bei der Installation der   Konverterplattformen auf See wollen wir besondere Schallschutzmaßnahmen treffen, um das sehr empfindliche Gehör von Meerestieren wie dem Schweinswal zu schonen.

Die Informationsgrafik zeigt einen Geländequerschnitt durch einen Bereich des ökologischen Trassenmanagements. Hierbei beginnt das Bild auf der rechten Seite mit dem Waldrand, geht weiter über die Freileitungstrasse und endet in der Offenland-Struktur.  Zu den einzelnen Punkten steht folgendes geschrieben:  
Waldrandpflege. Förderung von stabilen Waldrandstrukturen mit Straucharten und niedrig wüchsigen Baumarten 
Biotop-Verbundstrukturen: Freileitungstrassen können verschiedene Lebensräume von Tier und Pflanzenarten miteinander verbinden. 
Offenlandstrukturen: Pflege von wertvollen Lebensräumen im Offenland wie zum Beispiel Magerwiesen Heckenstrukturen oder Heideflächen. 
Vogelschutz: Verringerung des Kollisionsrisikos über Vögel durch Installation von Vogelschutzmarkern an den Erdseilen. 
Masten als Brutstätte von Vögeln: bei Bedarf, Sicherung der Nester oder Anbringung von arttypischen Nisthilfen.

ARTENSCHUTZ

Durch das ökologische Trassenmanagement schafft Amprion neue Lebensräume auf den Trassen. Diese sind entlang unseres weitverzweigten Übertragungsnetzes miteinander verbunden. So entsteht ein vernetzter Biotopverbund, der die Inselbildung von Arten vermeidet und ihre Entwicklung fördert. Artenschutz bedeutet für uns auch, Tiere während des Betriebs unserer Freileitungen zu schützen.

Das Foto zeigt einen Schwarm Möwen vor einer Freileitungstrasse.

Da der Vogelschutz für uns ein zentrales Anliegen ist, haben wir zusammen mit Fachleuten ein eigenes Vogelschutzprogramm initiiert. Daraus entstanden Maßnahmen, die heute fester Bestandteil unseres Freileitungsmanagements sind. Dank Vogelschutzmarkierungen an den Erdseilen oberhalb der Leiterseile können wir zum Beispiel lokal für manche Arten das Kollisionsrisiko um bis zu 90 Prozent senken. Geeignete Leitungsabschnitte statten wir zudem mit Nisthilfen aus.

Für einen wirksamen Vogelschutz kooperieren wir mit Umweltverbänden als wichtigen fachlichen Partnern. Gemeinsam mit weiteren Netzbetreibern unterstützen wir beispielsweise das  „ Portal Vogelfund und Stromleitung“, das vom Naturschutzbund Deutschland im Auftrag der Renewables Grid Initiative betrieben wird. Dabei werten Netzbetreiber und NABU erstmals gemeinsam Daten aus. 2022 wurde das Projekt um drei weitere Jahre bis 2025 verlängert.

Ressourcenschonung und Klimaschutz

Im Kerngeschäft von Amprion werden die meisten Ressourcen verwendet, um die Netzinfrastruktur auszubauen. Hier setzen wir von Beginn auf Ressourceneffizienz und nutzen wir für den Leitungsbau bewusst langlebige Materialien.

Bei unserem Ressourceneinsatz achten wir auf einen sorgfältigen Umgang mit Wertstoffen. Wo es möglich ist, vermeiden wir Abfälle oder fördern deren Verwertung. Alle nicht vermeidbaren Abfälle erfassen wir getrennt und entsorgen sie entsprechend den gesetzlichen Anforderungen. In einer zentralen Abfallbilanz erfassen wir abfallwirtschaftliche Daten wie Art, Menge und Verbleib der Abfälle und werten diese regelmäßig aus. Damit schaffen wir unter anderem gegenüber den Behörden volle Transparenz.

Um Energie möglichst effizient zu nutzen, betreiben wir ein nach ISO 50001 zertifiziertes Energiemanagementsystem. Mit unserer gemeinsamen Umwelt- und Energieleitlinie verpflichten wir uns unter anderem dazu, unsere Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern. Dafür nehmen wir unter anderem Rechenzentren, Fahrzeuge und Wärmeanlagen, Belüftungssysteme, Betriebsstoffe und Gebäude in den Blick. Grundsätzlich verfügen alle Neubauten bei Amprion über das höchste Level an Energieeffizienz. PV-Anlagen plant Amprion grundsätzlich bei allen Neubauten ein. Zugleich nutzen wir Potenziale auf Dachflächen von Bestandsgebäuden. Weitere Einsparungen bringt die Nutzung von Abwärme für die Beheizung von Gebäuden.

Klimaschutz ist Teil des gesellschaftlichen Auftrags von Amprion. Dieser Verantwortung stellen wir uns im eigenen Betrieb sowie entlang unserer Wertschöpfungskette. Unsere Klimastrategie beinhaltet konkrete und messbare Reduktionsziele. Um diese Ziele nachzuhalten sowie weitere Einsparpotenziale zu identifizieren, erfasst Amprion seine Treibhausgasemissionen in regelmäßigen Abständen. Hierbei berücksichtigen wir neben Kohlenstoffdioxid (CO2) weitere Treibhausgase wie SF₆ und rechnen diese in CO2-Äquivalente um.