Bomben, Brandkörper und eine Artilleriegranate: Die Voruntersuchungen für Korridor B fördern Relikte des Krieges zutage, die teils seit 80 Jahren im Boden liegen. Allein in der ersten Oktoberwoche haben Fachleute zahlreiche Kampfmittel gefunden und geborgen.

Im schleswig-holsteinischen Hemmingstedt stießen Fachleute auf insgesamt zwölf deutsche Brandbomben. Sie lagen in einem Bombentrichter und waren offenbar nach Kriegsende dort entsorgt worden. Nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes bestand keine akute Gefahr. Bis auf einen waren alle Bombenkörper leer und unscharf. Die Bomben wurden geborgen und zur fachgerechten Zerlegung abtransportiert.

Am anderen Ende der geplanten Erdkabeltrasse von Vorhaben 48 entdeckten die Sondierer nur etwa 50 Zentimeter unter der Oberfläche eine Artilleriegranate im Kaliber 105 Millimeter in einem Waldgebiet bei Marl.

Sicherheit hat Vorrang

Mehr als acht Jahrzehnte nach Kriegsende sind die Böden noch lange nicht frei von den Überresten der Kämpfe. Systematische Untersuchungen mit Luftbildauswertungen, geophysikalischen Messungen und gezielten Kampfmittelsondierungen bleiben notwendig, um die Sicherheit für Anwohner*innen und Grundstückseigentümer*innen sowie alle am Projekt Beteiligten zu gewährleisten.

Neben den Kampfmittelsondierungen finden weiterhin auch archäologische Untersuchungen, Baugrunduntersuchungen und Suchschachtungen statt. Sie liefern wichtige Informationen für die weitere Planung und schaffen die Voraussetzung für den sicheren Bau und Betrieb von Korridor B.

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Beitrag von Lisa-Shirin Raja, veröffentlicht am 14. Oktober 2026