Weitere archäologische Funde bei A-Nord
Bereits im Sommer 2025 wurden bei Rees in Nordrhein-Westfalen Skelette entdeckt, die nach Untersuchungen inzwischen in das 17. Jahrhundert datiert werden konnten. Bei weiteren Ausgrabungen in der Nähe der Trasse folgten nun weitere Funde.
Die rund 300 Kilometer lange Gleichstromverbindung A-Nord soll zukünftig Windstrom aus dem Nordseeraum in Emden aufnehmen und per Erdkabel nach Meerbusch bei Düsseldorf bringen. Beim Bau der Trasse beachtet Amprion neben umweltfachlichen Aspekten auch die Interessen des Bodendenkmalschutzes.
Im Zuge der Arbeiten wurde im Juli 2025 in Haffen bei Rees in Nordrhein-Westfalen ein Bestattungsplatz aus der frühen Neuzeit entdeckt. In der Folge wurden die Kabelgräben und der Mittelstreifen der Trasse in 14 Grabungswochen archäologisch untersucht, wobei insgesamt 41 Körperbestattungen und 45 Individuen geborgen wurden.
Noch weitere Funde bei Rees
Seit dem 27. Juli dieses Jahres werden nun auch die zu rekultivierenden Bereiche jenseits der Kabelgräben archäologisch untersucht. Bereits am ersten Tag der diesjährigen Kampagne wurden in einer Tiefe von etwa vierzig Zentimetern acht neue Bestattungen entdeckt. Bisher sind bereits 14 neue Gräber ausfindig gemacht worden.
Die Kabelschutzrohre für die Erdkabeltrasse A-Nord sind in diesem Bereich mittlerweile verlegt worden. Die neuen Ausgrabungen haben keine Auswirkungen auf den Zeitplan des Projekts.
Datierung anhand von Accessoires
Mithilfe persönlicher Accessoires, die mit den Toten zusammen bestattet wurden, ist es möglich, die Funde sicher in das 17. Jahrhundert zu datieren und nicht, wie noch im letzten Jahr angenommen, in das 18. Jahrhundert. Die damalige Annahme, dass der Bestattungsplatz mit dem 30-jährigem Krieg in Verbindung steht, wurde durch genauere Untersuchungen widerlegt. Von 23 bisher untersuchten Skeletten weist lediglich ein Skelett Gewalteinwirkungen auf. Jedoch zeigen mehrere Skelette Entzündungen, die auf eine virale oder bakterielle Erkrankung hinweisen.
Unter den Toten befinden sich Männer und Frauen im Alter von 14 bis unter 30 Jahren. Man geht davon aus, dass es sich um ein Heerestross handelt, das einer Seuche zum Opfer gefallen ist. Weitere Untersuchungen sollen folgen.