Korridor B: Amprion beantragt Bau der Konverterstation in Hamm-Uentrop

Hauptsitz von Amprion mit geschwungener Fassade, Glasfront und wehenden Unternehmensflaggen vor blauem Himmel.

Der Konverter macht Strom aus der Region Wilhelmshaven für Westfalen nutzbar. Außerdem trägt er zu mehr Stabilität im Stromnetz bei. Nun beginnt das Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Der Netzausbau für eine klimafreundliche Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen geht weiter. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat jetzt bei der Bezirksregierung Arnsberg den Bau und Betrieb seiner Konverterstation Schmehausen beantragt.

In dem Ortsteil von Hamm-Uentrop entsteht in Nachbarschaft zu den Umspannanlagen Lippborg und Uentrop ein Konverter im Projekt Korridor B. Die Gleichstromtrasse wird voraussichtlich ab 2032 Strom aus Wilhelmshaven per Erdkabel nach Westfalen transportieren. Der Konverter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, damit er in das bestehende Höchstspannungsnetz eingespeist und zu den Verbrauchern geleitet werden kann.

„Schon bevor der erste Strom aus dem Norden über die Erdkabel fließt, wollen wir den Konverter als STATCOM-Anlage ans Netz bringen“, erklärt Frederik Budschun, Projektleiter für den Konverter. „Mit der Bereitstellung von Blindleistung trägt die Anlage schon dann zu mehr Stabilität im Stromnetz bei.“ Eine STATCOM-Anlage (statisch synchroner Kompensator) gleicht Spannungsschwankungen im Stromnetz aus.

Antrag für Konverterstation ist gestellt

Während die Gleichstromtrasse im Projekt Korridor B von der Bundesnetzagentur genehmigt wird, liegt die Zuständigkeit für die Genehmigung der Konverterstation Schmehausen bei der Bezirksregierung Arnsberg. Dort hat Amprion den Antrag für Bau und Betrieb des Konverters nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gestellt. Der Konverter entsteht in einem Gewerbegebiet auf einer bereits in der Vergangenheit industriell genutzten Fläche neben dem Gelände des Kraftwerks Westfalen.

Mit ersten Arbeiten vor Ort wie der Vorbereitung der Baufläche hat Amprion – abgestimmt mit den zuständigen Behörden – im Frühsommer 2026 begonnen. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung und den Baubeginn des Konverters erwartet Amprion im Lauf des Jahres 2027.

Das Gleichstromprojekt Korridor B

Korridor B umfasst die Leitungsbauvorhaben Heide/West – Polsum (Nr. 48) und Wilhelmshaven – Hamm (Nr. 49). Sie sind seit 2021 im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) verankert. Die Vorhaben werden in Höchstspannungs-Gleichstrom-Technologie als Erdkabel mit einer Spannung von 525 Kilovolt umgesetzt. Die Übertragungskapazität beträgt insgesamt vier Gigawatt elektrische Leistung (zuzüglich Leerrohrsysteme). Korridor B kann damit den Bedarf von etwa vier Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen aus klimafreundlich gewonnenem Strom von den Küstenregionen decken. Korridor B verläuft durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Tobias Schmidt
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Tobias Schmidt
Projektsprecher Korridor B (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen)