So bringen wir Windstrom von der Nordsee 640km in den Süden

Ultranet + A-Nord = Korridor A

Zwei eigenständige Projekte, die zusammen eine 640 km lange Stromtrasse bilden. Und das ist nicht alles: Mit den beiden Projekten entsteht die erste Multiterminal-HGÜ-Anlage auf dem europäischen Festland – bislang gab es so etwas nur in China und Schottland.

A-Nord ist eine rund 300 km lange Erdkabeltrasse, die von Emden nach Meerbusch-Osterath verläuft und für rund 2.000 Megawatt ausgelegt ist – genug Strom für etwa zwei Millionen Menschen.

Ultranet ist mit 340 km von Meerbusch-Osterath bis Philippsburg noch ein wenig länger. Das Besondere: Erstmals werden Gleich- und Wechselstrom mit 380 kV auf denselben Masten übertragen. Ultranet ist ebenfalls für rund 2.000 Megawatt ausgelegt.

Korridor A

Ultranet & A-Nord: Das erste Multiterminal-System

Mit dem Korridor A entsteht eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung von Niedersachsen über NRW bis nach Baden-Württemberg. Im Norden wird vor allem Windstrom eingespeist und gelangt in die verbrauchsstarken Regionen im Westen und Süden.

Und genau hier steht auch unser Herzstück: Der Konverter in Meerbusch bildet dabei den zentralen Knotenpunkt, an dem A-Nord und Ultranet intelligent verknüpft werden. So kann Energie flexibel fließen – Windstrom aus dem Norden, Solarstrom aus dem Süden und bis zum Kohleausstieg auch Strom aus konventionellen Kraftwerken im Westen. Aus der bisherigen Punkt-zu-Punkt-Verbindung entsteht eine Anlage zur Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) mit drei Netzverknüpfungen in allen drei Bundesländern. Dieses technische Phänomen nennt sich „Multi-Terminal“-Netz – wir nennen es: ein echter Gamechanger für die Energiewende.

So können wir also große Mengen erneuerbarer Energie dorthin bringen, wo sie gebraucht werden – und gleichzeitig das Netz stabilisieren. A-Nord und Ultranet leisten einen zentralen Beitrag, um unser Stromnetz fit für den Kohleausstieg und den massiven Ausbau der Erneuerbaren zu machen.