Präzisionsarbeit über dem Rhein: Neubau der Rheinkreuzung

Drei Orte. Drei Maste. Und eine außergewöhnliche Baustelle über dem Rhein. Für die Gleichstromverbindung Ultranet nutzen wir die bestehende Freileitungstrasse, die bei Koblenz-Wallersheim, Niederwerth und Urbar den Rhein kreuzt. Die drei Freileitungsmaste wurden zuletzt in den 80er-Jahren saniert. Jetzt werden sie altersbedingt im direkten Umfeld ersetzt.

Das Besondere an der Rheinkreuzung: Auf engstem Raum greifen Neubau und Rückbau wie Zahnräder ineinander. Während der neue Mast entsteht, wird der alte Schritt für Schritt demontiert. Jeder Handgriff muss sitzen, jeder Arbeitsschritt exakt abgestimmt sein. Die Bauteams leisten dabei Außergewöhnliches: Zunächst wird der Stahlgittermast am Boden vormontiert. Dann wächst der Mast, mit Hilfe zweier Autokräne, Segment für Segment in die Höhe. Gleichzeitig wird der bestehende Mast Element für Element zurückgebaut.

Besonders eindrucksvoll: Die Leiterseile bleiben während der gesamten Arbeiten am Mast hängen. Mit einem dritten Kran fädeln die Teams die Mastteile zentimetergenau durch die Leiterseile. Zwischen Stahl und Seil bleiben dabei nur wenige Zentimeter Platz. Das ist Präzisionsarbeit in luftiger Höhe – und eine echte Meisterleistung im Freileitungsbau. Sobald die neue Traverse fertig ist, werden die Leiterseile direkt vom alten auf den neuen Mast übernommen. Zusätzliche Seilzugarbeiten sind nicht nötig. Am Ende werden Zuwegungen und Arbeitsflächen vollständig zurückgebaut. Was bleibt, ist moderne Infrastruktur für eine sichere Stromversorgung.