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Die Systemführung

Es folgt eine Bildbeschreibung:
Die seitenbreite Fotographie im Querformat zeigt zwei Männer an einem rundem Tisch, welche auf um den Tisch herum aufgebaute Monitore blicken. 
Mittelpunkt des Bildes sind die beiden Männer. Der linke Mann ist mit einer blauen Jeans, einem weißen Hemd und einer dunklen Krawatte bekleidet. Er hat einen gepflegten dreitage-Bart und steht mit den Händen auf der Tischkante aufgestützt. Der recht der Männer trägt einen dunklen Anzug mit einer pflaumenfarbenen Krawatte. Er hat einen Igelhaarschnitt und trägt eine Brille mit runden Gläsern. 
Im Hintergrund des Bildes ist ein raumgroßes Schaltbild, ähnlich einem Schaltplan, zu sehen. Die Leitungen sind in grüner und roter Farbe dargestellt. Das Bild vermittelt eine professionelle Atmosphäre. 
Ende der Bildbeschreibung

Als Übertragungsnetzbetreiber gehört es zu unserem gesetzlichen Auftrag, unser Netz sicher und zuverlässig zu betreiben. Systemsicherheit und Netzstabilität haben in Deutschland ein hohes Niveau, das wir auch künftig halten wollen. Aus dieser Verantwortung heraus steuern und überwachen unsere Ingenieure in der Systemführung in Brauweiler bei Köln das Amprion-Netz rund um die Uhr.

Zentrale Aufgaben der Systemführung

  • Sie stellt eine ausgeglichene Systembilanz sicher – das heißt, sie sorgt dafür, dass sich Stromerzeugung und -verbrauch im Gleichgewicht befinden. Dafür nutzt sie unterschiedliche Werkzeuge, unter anderem die sogenannte Regelleistung.
  • Sie überwacht die Auslastung des Übertragungsnetzes. Für den Fall, dass Netzelemente ausfallen, Netzengpässe zu vermeiden oder Leitungsüberlastungen zu beheben sind, stehen der Systemführung verschiedene Stellhebel zur Verfügung.
  • Sie koordiniert und überwacht den Stromhandel und die daraus resultierenden Stromflüsse zwischen den Übertragungsnetzen in Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa (europäisches Verbundnetz).

Herausforderungen für das Übertragungsnetz

Die Anforderungen an unser Netz und die Systemführung werden jedoch im Zuge der Energiewende und durch den zunehmenden internationalen Stromhandel immer anspruchsvoller. Dies hat insbesondere die folgenden Ursachen:

  • Die Anzahl an Windkraft- und Solar-Anlagen mit wetterabhängig schwankender Erzeugungsleistung steigt. In der Folge ist der Ausgleich zwischen Last (Verbrauch) und Erzeugung komplexer und erfordert hochgenaue Prognosen sowie ein schnelles Eingreifen der Systemführung, etwa über die Aktivierung zusätzlicher Regelleistung.
  • Strom wird zunehmend dezentral erzeugt und über weite Strecken transportiert. Dies trifft besonders im Fall der Windenergie zu, die häufig über weite Distanzen von Norden nach Süden transportiert werden muss.
  • Der europäische Stromhandel weitet sich aus. Dies führt zu höheren grenzüberschreitenden Stromflüssen, die überwacht und koordiniert werden müssen. Gleichzeitige Im- und Exporte unserer Regelzone (sogenannte Transite) führen zu zusätzlichen Stromtransporten durch unser Netz.

Das Netz der Zukunft

Um diesen veränderten Herausforderungen gewachsen zu sein, entwickeln wir unsere Instrumente der Systemführung ständig weiter – zusätzlich zum unbedingt notwendigen Netzausbau. In Brauweiler bei Köln entsteht derzeit zum Beispiel ein neues Netzleitsystem, das unsere Ingenieure in der Systemführung noch besser bei ihrer Arbeit unterstützen wird. So machen wir unser Netz noch sicherer und leistungsfähiger.

Ebenso arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern an neuen Lösungen und engagieren uns in internationalen Sicherheitsinitiativen wie dem Security Service Centre (SSC) und der TSO Security Cooperation (TSC). Deren Ziel ist es, die Stromflüsse in Europa im Zuge von gemeinsamen Netzsicherheitsberechnungen möglichst exakt zu prognostizieren und gemeinsame Maßnahmen zur Erhöhung der Systemsicherheit zu koordinieren. So leisten wir unseren Beitrag für eine zukunftsfähige und volkswirtschaftlich effiziente Stromversorgung – in Deutschland und Europa.