UCTE-Verbund, Verbundnetz, Regelzonen
Das heutige Verbundnetz in Europa ist historisch gewachsen. Vor über 100 Jahren entstanden überwiegend in Stadtgebieten und Ballungsgebieten die ersten regional begrenzten Versorgungsgebiete in Deutschland. Einzelne Erzeugungseinheiten versorgten Verbraucher über Stromleitungen mit elektrischem Strom. Zumeist speiste jeweils nur ein Kraftwerksblock in ein solches Teilnetz ein. Der Ausfall dieses Kraftwerks bedeutete den sofortigen Versorgungsausfall für alle angeschlossenen Verbraucher. Mit steigendem Bedarf an Elektrizität und der damit verbundenen Forderung nach Verbesserung der Versorgungssicherheit schalteten nach und nach alle bestehenden deutschen Energieversorgungsunternehmen ihre Höchstspannungsteilnetze zusammen und es entstand im Laufe der Jahrzehnte das heutige "Deutsche Verbundnetz".
Die Zusammenschaltung führte zu signifikanten Verbesserungen. Mehrere parallel fahrende Kraftwerke konnten sich gegenseitig bei einem Kraftwerksausfall Reserve stellen oder der wirtschaftliche Einsatz konnte verbessert werden. Im Höchstspannungsnetz entstanden Leitungsringe bzw. Leitungsmaschen und die dadurch entstandenen Redundanzen verbesserten die Sicherheit. Bei Ausfall einer Leitung kann der Strom über die verbleibende(n) Leitung(en) zum Verbraucher fließen.
In Deutschland existieren derzeit vier Übertragungsnetzbetreiber, die ihr 380-kV- und 220-kV-Netz über nationale Kuppelleitungen zum deutschen Verbundnetz zusammengeschaltet haben. Das Übertragungsnetz endet aber nicht an der deutschen Grenze. Internationale Kuppelleitungen von Deutschland zum benachbarten Ausland sowie Kuppelleitungen ausländischer Partner untereinander schalten die Teilnetze zu einem elektrisch synchron betriebenen europäischen Höchstspannungsnetz zusammen. Wesentliche Ziele des Verbundbetriebes in der Elektrizitätswirtschaft sind, durch eine gemeinsame Vorhaltung von Reserveleistung die Versorgungssicherheit zu erhöhen sowie den notwendigen Aufwand zu minimieren und den Austausch elektrischer Energie zu ermöglichen und zu fördern.
Die Netze der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber mit Teilen Dänemarks, Luxemburgs und Österreichs bilden zusammen den deutschen Regelblock. Der Leistungs-Frequenz-Regler für alle Regelzonen des deutschen Regelblocks befindet sich in der Systemführung von Amprion in Brauweiler. Innerhalb des deutschen Regelblocks regelt jeder Übertragungsnetzbetreiber jeweils für seine Regelzone den Import/Export mit den Nachbarnetzen.
