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Anlagenbau

13. Februar 2018: Amprion installiert Phasenschieber in Umspannanlage

Im Zuge der Energiewende finden weiträumige Stromtransporte statt, um zum Beispiel Windstrom aus dem Norden im industriereichen Süden Deutschlands nutzen zu können. In der Folge entstehen erhebliche Spannungsschwankungen an allen Netzknoten des Übertragungsnetzes. Zur Spannungsregelung werden sogenannte „rotierende Phasenschieber“ installiert. Bis zur Inbetriebnahme eines Phasenschiebers müssen jedoch erst zahlreiche Vorbereitungen getroffen werden.

Per Schwerlasttransport hat ein neuer Phasenschieber am 13. Februar Amprions Umspannanlage Oberottmarshausen erreicht. Der Transport eines rotierenden Phasenschiebers ist aufgrund seiner Ausmaße eine logistische Herausforderung: Die gesamte Straßentransporteinheit ist etwa 44 Meter lang, fast 5 Meter breit, 6 Meter hoch und wiegt – einschließlich Zug- und Schubmaschine – 441 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von elf großen LKW. Die Fahrt vom 1,3 Kilometer entfernten Bahnhof war für Amprion eine wichtige Etappe bei dem Energiewendeprojekt südlich von Augsburg.

Auf dem Gelände der Umspannanlage in Oberottmarshausen hat Amprion 2017 zunächst ein neues Betriebsgebäude und eine Maschinenhalle errichten lassen, damit der Phasenschieber dort zukünftig zum Einsatz kommen kann. Zurzeit wird er in der Halle für seinen späteren Einsatz im Netz installiert und in Betrieb genommen. Siemens hat den Phasenschieber am Unternehmensstandort in Mülheim an der Ruhr gefertigt. Mitte Januar 2018 wurde das neue Herzstück der Umspannanlage auf ein Binnenschiff verladen und nach Nürnberg transportiert. Von dort ging es mithilfe eines Spezialzugs nach Oberottmarshausen – allerdings nur an den Wochenenden, um den normalen Zugbetrieb so wenig wie möglich zu beeinflussen. Am Bahnhof wurde der Phasenschieber dann auf einen Schwerlasttransporter umgeladen und zum Umspannwerk gefahren.

Bei rotierenden Phasenschiebern handelt es sich um Synchrongeneratoren, wie sie in ähnlicher Konstruktion auch in Kraftwerken eingesetzt werden. Das Grundprinzip der Generatoren entspricht dabei dem Dynamoprinzip. Die Synchrongeneratoren werden mit der zur Netzfrequenz synchronen Drehzahl von 3000 Umdrehungen pro Minute betrieben. Phasenschieber stellen sogenannte Blindleistung bereit, die für den Spannungserhalt im Stromnetz unerlässlich ist. Bisher haben vor allem Großkraftwerke diese Funktion übernommen, im Zuge der Energiewende gehen jedoch viele von ihnen vom Netz. Amprion reagiert darauf mit der Installation von Blindleistungskompensationsanlagen. Ein regelbarer, rotierender Phasenschieber ist dabei eine besonders flexible Form der Kompensation: Je nach Bedarf kann er die Spannung im Netz anheben oder senken.

In Oberottmarshausen soll der Phasenschieber im 3. Quartal 2018 in den Probetrieb gehen. Damit liegt Amprion voll im Zeitplan.