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Ultranet Konverter

Um die Integration der Gleichstromverbindung in das europaweit übliche Wechselstromnetz zu gewährleisten, sind Konverter an den Endpunkten der Leitung notwendig. Für das Projekt Ultranet ist die Station Osterath im Bundesbedarfsplangesetz als Netzverknüpfungspunkt festgelegt. Für den Konverter muss ein geeigneter Standort gefunden werden, der am Netzverknüpfungspunkt (NVP) bzw. auch zehn Kilometer oder mehr von dem verbindlichen Netzverknüpfungspunkt entfernt gelegen sein kann.

Konverterstandortsuche

Amprion hat am 30. Juni 2017 ein aktualisiertes Standortgutachten vorgelegt. Das Gutachten zeigt erneut, dass die sogenannte Dreiecksfläche in Kaarst am besten geeignet ist für den Bau des Konverters im Rhein-Kreis Neuss. Der am zweitbesten geeignete Bereich liegt an der Umspannanlage Osterath. Mit der Aktualisierung des Gutachtens stellt der Bereich Gohr (Rommerskirchen/Dormagen) keine gleichwertige Alternative mehr da.

Die Dreiecksfläche befindet sich seit 2015 im Eigentum von Amprion. 2016 hat das Unternehmen zudem die Zieländerung im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalplans Düsseldorf beantragt. Dieses Anliegen hat Amprion mit dem aktualisierten Standortgutachten beim Regionalrat Düsseldorf untermauert. Die Fläche in Kaarst ist derzeit raumordnerisch noch als „Bereich für die Sicherung und den Abbau oberflächennaher Bodenschätze“ (BSAB) ausgewiesen. Amprion unternimmt damit als Vorhabenträgern weiterhin alle nötigen Schritte, um den Bau des Konverters auf der Kaarster Dreiecksfläche zu ermöglichen.

Das aktualisierte Gutachten zeigt anhand erweiterter Kriterien: Der Standortbereich Kaarst hebt sich von anderen untersuchten Bereichen ab. Sie schneiden schlechter als die Dreiecksfläche ab.

Das Standortgutachten ist eine Zusammenführung, Erweiterung und Aktualisierung der drei Teilgutachten der vergangenen Jahre. Darüber hinaus berücksichtigt es die Anbindung der Gleichstromverbindung A-Nord. Dieses Vorhaben von Emden in den Raum Osterath mit der Nr. 1 im Bundes-bedarfsplan ist nach aktueller Gesetzgebung vorrangig als Erdkabel zu planen. Das aktualisierte Standortgutachten berücksichtigt auch die neuen Vorgaben des Landesentwicklungsplans mit dem Abstandsgebot von 200/400 Metern für neu geplante Leitungen.

Die Bewertung der Standortbereiche erfolgte anhand von drei Kriteriengruppen. Vor allem die Kriterien mit einem starken direkten Bezug zum Menschen werden hierbei hoch gewichtet. Dazu zählt unter anderem die Sichtbarkeit der Anlage im Umfeld („Raumbedeutende Umweltaspekte“). Darüber hinaus bewertet das Gutachten das Bestehen von Siedlungs-, Gewerbe-, Industriebereichen („Sonstige Raumbedeutsame Aspekte“) sowie die Möglichkeiten zur Anordnung des Konverters auf einem Standortbereich oder die Anbindung der Gleich-stromverbindungen Ultranet und A-Nord („Umsetzbarkeit der Planung“)

Genehmigungsverfahren

Das erste anstehende formale Genehmigungsverfahren für Ultranet, die Bundesfachplanung, wird noch keinen konkreten Standort für den Konverter benennen. Stattdessen werden zunächst die Untersuchungsräume mit grundsätzlich möglichen Standortalternativen und der Trassenkorridor für den Anschluss an den Netzverknüpfungspunkt festgelegt.

Technologiepartner für den Konverter

Amprion und TransnetBW haben Siemens im Oktober 2015 mit der Planung und dem Bau der Konverteranlagen für Ultranet beauftragt. Die Anlagen werden zu den modernsten ihrer Art zählen. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Netzspannung regulieren und stabilisieren – eine Funktion, die heute vor allem konventionelle Kraftwerke übernehmen. Somit können die Konverter im Notfall auch den Wiederaufbau des Netzes nach einem Stromausfall unterstützen. Ein weiterer Vorteil: Die Umrichter können Gleichspannung sehr schnell ändern, etwa bei Störungen durch einen Blitzschlag und verhindern, dass Verbindungen für längere Zeit unterbrochen werden. Ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit der Stromübertragung in Zeiten der Energiewende zu gewährleisten.

Material zum Download

Gutachten