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Bundesfachplanung Ultranet

Zweistufiges Genehmigungsverfahren – zunächst Bundesfachplanung erforderlich

Die Genehmigung von Ultranet erfolgt in zwei Schritten. In der Bundesfachplanung wird von der Bundesnetzagentur ein 1 Kilometer breiter Trassenkorridor für den Verlauf der Leitung festgelegt. Erst danach wird der konkrete Verlauf innerhalb des Korridors in einem Planfeststellungsverfahren festgelegt.

Die Bundesfachplanung schreibt eine Methodik vor, um Vorschläge für Trassenkorridore zu erarbeiten:

1. Grobkorridore

In der Planungsellipse zwischen zwei Netzverknüpfungspunkten werden 15 Kilometer breite Grobkorridore festgelegt und anschließend analysiert. Als Orientierung dienen u. a. folgende Planungsgrundsätze:

  • Wo es geht, sollte eine neue Stromverbindung mit vorhandener Infrastruktur gebündelt werden – andere Stromleitungen, Straßen oder Eisenbahnstrecken.
  • Sie sollte bestehende Trassen nutzen, sodass ein Leitungsneubau weitgehend vermieden werden kann.
  • Die Leitung sollte Siedlungen möglichst nicht beeinträchtigen.
  • Sie sollte möglichst nicht durch Natur- oder Wasserschutzgebiete verlaufen.
  • Die Leitung sollte insgesamt so kurz wie möglich sein.

2. Trassenkorridore

Anhand dieser Grundsätze werden innerhalb der Grobkorridore im zweiten Schritt verschiedene ein Kilometer breite Trassenkorridore entwickelt. Diese sollen anschließend verglichen und bewertet werden. Auf dieser Basis schlagen die Netzbetreiber dann eine Vorzugstrasse sowie eine Alternativroute vor.

Vorzugstrassenkorridor und Alternative

Die Planungsmethodik der Bundesfachplanung haben wir auch auf Ultranet angewendet und damit unsere Idee der Nutzung bestehender Leitungen nochmals gründlich überprüft. Das Upgrade der bestehenden Leitung zur Hybridleitung ist und bleibt aus unserer Sicht die sinnvollste Lösung, die wir bei der Bundesfachplanung als Vorzugstrasse vorstellen werden. Zwar müssen wir im südhessischen Abschnitt zwischen Riedstadt und Wallstadt (Mannheim) auf rund 20 Kilometern ein neues Leitungsstück bauen. Allerdings können wir auch hier eine schon bestehende Trasse nutzen. An anderen Stellen unserer Vorzugstrasse können wir überwiegend bestehende Maste nutzen. Nur an sehr wenigen Stellen brauchen wir vereinzelt Masten zu erneuern. Auf der Alternativroute, die wir anhand der Planungsmethodik ermittelt haben, müssten wir hingegen eine komplett neue Leitung bauen – ein deutlicher Nachteil.

Welche Trassenvariante aber später wirklich umgesetzt wird, entscheidet sich erst in der Bundesfachplanung mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur.

GIS-Daten des Vorzugstrassenkorridors und Alternative

Beteiligungsverfahren

Nach einer öffentlichen Antragskonferenz in der Region des jeweiligen Genehmigungsabschnitts legt die Bundesnetzagentur den Untersuchungsrahmen fest. Sie gibt damit vor, welche Unterlagen Amprion für das Verfahren vorlegen muss. Auf Basis dieser Unterlagen findet die weitere Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Die Antragskonferenz ist also nur der Beginn des formellen Beteiligungsverfahrens. Die Öffentlichkeit hat mehrfach die Möglichkeit, sich mit Stellungnahmen und ihrer Teilnahme an formellen Terminen zu beteiligen.

Die Transparenz der Planung sowie der Austausch mit den Kommunen, Verbänden und Bürgern sind Amprion sehr wichtig. In Begleitung der Anträge auf Bundesfachplanung der jeweiligen Genehmigungsabschnitte bietet Amprion stets vor den formellen Beteiligungsmöglichkeiten öffentliche Informationsveranstaltungen für Bürger an.