Karriere bei Amprion

Das technische Konzept

*schematische Darstellung 66 kV-Direktanbindung DolWin4

Konverterplattform auf See

Für die Anbindung der Offshore-­Windparks in den Gebieten 3 und 6, die Amprion mit DolWin4 und BorWin4 an­schließt, müssen wir über weite Strecken ein Seekabel verlegen. Um den Strom auf das Festland zu bringen, setzt Amprion auf die Gleichstromtechnik. Im Vergleich zur Wechselstromtechnik ermöglicht sie eine Übertragung von großen Energiemengen über weite Strecken mit sehr geringen Verlusten. Da die in den Turbinen erzeugte Energie jedoch zunächst über ein Wechselstromkabel aus der Windkraftanlage geleitet wird, ist eine sogenannte Konver­terplattform notwendig, die Wechselstrom (AC) in Gleichstrom (DC) umwandelt. Der Konverter besteht aus ver­schiedenen Komponenten wie Transistoren, Dioden, Kondensatoren und Spulen, die sich innerhalb einer wind-­ und wettergeschützten Plattform befinden, um den rauen Bedingungen in der Nordsee standzuhalten. Konverterplattformen sind Hightech-­Anlagen, die bereits fertig montiert an ihren späteren Standort transportiert und dort installiert werden. Sie können auch die Menschen beherbergen, die später für Wartungs-­ und Repara­turarbeiten zuständig sind. Deshalb beinhalten sie auch einen Kran und einen Hubschrauberlandeplatz.

In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten werden für die Verbindung zwischen den Offshore­-Windparks und der Konverterplattform unterschiedliche Anbindungskonzepte gewählt. So führen bei der sogenannten Direkt­anbindung mehrere 66­-kV-­Seekabel unmittelbar von den Windrädern in die Plattform. Bei der sogenannten Standardanbindung hingegen wird die Energie aufgrund der größeren Entfernungen zunächst in einer Platt­form des Windparkbetreibers auf eine höhere Spannungsebene „umgespannt“. Von dort geht es dann per See­kabel in die Konverterplattform. Momentan sieht der Flächenentwicklungsplan des Bundesamtes für Seeschiff­fahrt und Hydrographie (BSH) für DolWin4 die Direktanbindung und für BorWin4 die Standardanbindung vor.

See-, Watt- und Landkabel

Über Seekabel leiten wir die Energie von der Offshore­-Plattform in Richtung Küste. Hierbei müssen wir die Kabel unter der Insel Norderney hindurchführen und durch das Wattenmeer legen. In sensiblen Bereichen wie dem Wattenmeer achten wir besonders stark auf umweltschonende Verlegeverfahren. Ähnlich wie die Insel Norderney muss auch der Deich an der Nordseeküste geschlossen, das heißt mit Hilfe eines Bohrver­fahrens, gequert werden. Danach geht es per Erdkabel auf dem landseitigen Teil bis zur Umspannanlage Hanekenfähr (Lingen) im südlichen Emsland.

Konverterstation an Land

Das Übertragungsnetz in Deutschland verwendet überwiegend Wechselstromtechnik. Deshalb benötigen wir in der Nähe der Umspannanlage Hanekenfähr zwei weitere Konverterstationen für DolWin4 und BorWin4, um den transportierten Gleichstrom zurück in Wechselstrom umzuwandeln. Die Konverter werden über die Umspannanlage Hanekenfähr an das 380­-kV-­Wechselstromnetz angeschlossen und speisen dort die regene­rative Energie ein, die von hier aus über das Transport­- und Verteilnetz bis zu den einzelnen Verbrauchern weiterverteilt wird.

*schematische Darstellung 220 kV-Standardanbindung BorWin4