Karriere bei Amprion

Der Weg zur Genehmigung

Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)

Wie alle Netzausbauprojekte durchlaufen auch die Anbindungen DolWin4 und BorWin4 gesetzlich vorgeschrie­bene Genehmigungsverfahren. Die Offshore­-Windparks, die Amprion mit den Systemen anbindet, befinden sich in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), die bis zwölf Seemeilen (circa 22 Kilometer) an die deutsche Nordseeküste heranreicht und genehmigungsrechtlich in die Zuständigkeit des BSH fällt. Den ers­ten Schritt auf dem Weg zur Genehmigung stellt die sogenannte Raumordnung dar. Diese wird in der AWZ im Wesentlichen durch den Flächenentwicklungsplan umgesetzt. Darüber hinaus ist ein Planfeststellungsverfahren durch das BSH erforderlich. Die Behörde erteilt außerdem die Freigaben für den Bau und Betrieb der Konverter­plattform auf See und der Kabel in der AWZ.

Küstenmeer

Für den Bereich des Küstenmeeres, das von der Nordseeküste aus insgesamt zwölf Seemeilen in die Nordsee hereinreicht, ist genehmigungsrechtlich das Land Niedersachsen zuständig. Es hat durch das Amt für regionale Landesentwicklung Weser­-Ems in der Raumordnung bereits einen Trassenkorridor festgelegt. Dieser sogenannte „Norderney-­II-­Korridor“ kann voraussichtlich auch für DolWin4 und BorWin4 genutzt werden. Für das in diesem Bereich ebenfalls erforderliche Planfeststellungsverfahren ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) zuständig.

Landabschnitte

Auf dem landseitigen Teil von DolWin4 und BorWin4 müssen wir etwa 150 bis 170 Kilometer Erdkabel zwischen Hil­genriedersiel (Gemeinde Hagermarsch) an der Nordseeküste und der Umspannanlage Hanekenfähr (Lingen) im südlichen Emsland verlegen. Für diese Strecke sucht Amprion eine möglichst raum-­ und umweltverträg­liche Kabeltrasse, optimalerweise in Bündelung mit bereits bestehenden linienartigen Infrastrukturen.

Der erste Abschnitt führt von der Küste bis in den Raum Emden. Hier können wir Trassenkorridore nutzen, die das Land Niedersachsen bereits im regionalen Raumordnungsprogramm ausgewiesen hat, sodass ein se­parates Raumordnungsverfahren entfällt. Im nördlichen Landabschnitt ist dann nur ein Planfeststellungsverfahren durch die NLStBV erforderlich.

Zwischen Emden und dem Raum Lohne wird bereits ein anderes Erdkabelprojekt (A-­Nord) geplant, das eben­falls von Amprion realisiert wird. Hier streben wir eine Bündelung unserer Projekte an. Das heißt: Im Zuge der Planung und des Baus von A-­Nord wollen wir die beiden Offshore-­Projekte bereits mitdenken und -­reali­sieren. Im Falle einer Bündelung würde der erste Teil des Genehmigungsverfahrens – die Raumordnung – durch die Bundesfachplanung von A­-Nord mit abgedeckt werden. Anschließend müssten die Verlegung von Leerrohren im Rahmen des Baus von A­-Nord sowie der spätere Einzug und Betrieb der Kabel für die Offshore-Projekte im Planfeststellungsverfahren von A­-Nord mitgenehmigt werden. Amprion stimmt dieses Vorgehen derzeit mit der BNetzA als zuständiger Genehmigungsbehörde für A­-Nord ab und prüft die rechtlichen Rah­menbedingungen.

Etwa im Raum Lohne trennen sich die Wege von A-­Nord und den beiden Offshore-­Projekten. Für den letzten Teil der Strecke bis zur Konverterstation in Hanekenfähr wird derzeit die Notwendigkeit eines Raumordnungsverfahrens geprüft. Im Anschluss ist auch in diesem Abschnitt ein Planfeststellungsverfahren durch das Land Niedersachsen erforderlich.

Im Raum Hanekenfähr suchen wir einen geeigneten Standort für die beiden Konverter. Er wird voraussicht­lich über ein gesondertes Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BlmSchG) genehmigt.