Karriere bei Amprion

Planungsstand Gütersloh - Landesgrenze Niedersachsen

Das Planfeststellungsverfahren für den geplanten Neubau der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Gütersloh bis zur NRW-Landesgrenze wurde im Mai 2017 neu geordnet. Ostwestfalen-Lippe ist ein starker Wirtschaftsraum mit einer hohen Industriedichte. Um den wachsenden Energiebedarf in der Region auch in Zukunft verlässlich sicherzustellen und die Stromlast im Rahmen der Energiewende besser zu verteilen, muss die Netzstruktur in Ostwestfalen-Lippe modernisiert werden. Dabei spielen regionale wie auch überregionale Zusammenhänge eine Rolle. Die neue Ausrichtung des Verfahrens ist das Ergebnis einer intensiven Prüfung aller Randbedingungen entlang der Strecke. Grundsätzlich möchte Amprion die Erdverkabelung auf Wechselstromtrassen in Abschnitten, die sich technisch dafür eignen, erproben.

Abschnitt Gütersloh – Hesseln

Im Dezember 2015 nahm der Gesetzgeber das EnLAG-Vorhaben Nr. 16 in die Erweiterung der Pilotprojekte für Erdkabeloptionen auf. Da sich der Genehmigungsabschnitt des Ersatzneubaus von Gütersloh bis zur Landesgrenze von Niedersachsen seit Dezember 2013 im Planfeststellungsverfahren befindet, hat der Gesetzgeber der Vorhabensträgerin Amprion die Entscheidung überlassen, nach altem oder neuen Recht weiterzuverfahren. Diese Entscheidung hat Amprion im Mai 2017 getroffen und bekannt gegeben. Der südliche Abschnitt von Gütersloh bis zur UA Hesseln soll als Freileitung gebaut werden. Der Ersatzneubau soll die bestehende 220-kV-Höchstspannungsfreileitung nach entsprechender Demontage weitestgehend in der vorhandenen Trasse ersetzen.

Auf Einladung der Bezirksregierung Detmold fand im November 2017 der Erörterungstermin zum Neubau der Leitung im Abschnitt Gütersloh bis zur UA Hesseln statt. Das Verfahren zur Planfeststellung der 110-/380-kV-Höchstspannungsfreileitung Güterloh-Halle/Hesseln ist nun abgeschlossen. Die Bezirksregierung Detmold hat am 23. August 2019 den Planfeststellungsbeschluss für die rund 20 Kilometer lange Energieleitung erlassen. Auf der Strecke sollen die derzeit 78 Maste durch 53 neue ersetzt werden – also zukünftig rund ein Drittel weniger Maststandorte. Die Masthöhe ist abhängig von der jeweiligen örtlichen Gegebenheit und der Bebauung. Amprion beginnt nun mit den Bauarbeiten, diese beinhalten neben der Demontage der bestehenden 220-kV-Leitung dann auch den Neubau – weitestgehend in gleichem Trassenraum – der 380-kV-Leitung.

Abschnitt Hesseln – Landesgrenze NRW/NDS

Der nördliche Abschnitt vom Pkt. Hesseln bis zur Landesgrenze wurde aus dem seit 2013 laufenden Verfahren herausgenommen und einer technischen und juristischen Detailprüfung auf Teilerdverkabelungsabschnitte unterzogen. Ziel ist es, den geschlossenen Siedlungsbereich Borgholzhausen teilerdzuverkabeln. Die notwendigen Untersuchungen werden derzeit durchgeführt und die Planfeststellungsunterlagen vorbereitet. Amprion möchte Mitte 2020 für diesen Genehmigungsabschnitt ein neues Planfeststellungsverfahren beantragen und die Unterlagen entsprechend bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Bezirksregierung Detmold einreichen.

Seit Januar 2018 begleitet der Planungsdialog Borgholzhausen als konsultatives Gremium den Planungsprozess. Mehr zum Planungsdialog lesen Sie hier.