Karriere bei Amprion

Vogelschutz

Vögel und Höchstspannungsfreileitungen

Vielerorts bieten unsere Höchstspannungsleitungen Vögeln einen Ersatz für in der Natur fehlende Strukturen: Greifvögel nutzen sie zum Beispiel als Ansitz, um nach Beute Ausschau zu halten. Vor allem in Regionen, in denen es wenige hohe Bäume gibt, bauen einige Vogelarten ihre Nester auf den Strommasten. Der Gefahr eines Stromschlages sind die Tiere dabei kaum ausgesetzt – dafür sorgt der große Isolationsabstand an den Höchstspannungsleitungen. An einigen Masten hat Amprion außerdem Nisthilfen angebracht, die den Vögeln den Nestbau erleichtern.

Die Freileitungen können für Vögel jedoch auch ein Hindernis in der Luft darstellen. Problematisch sind dabei vor allem die schlecht sichtbaren Leiterseile, mit denen die Tiere im Flug kollidieren können. Verringert wird dieses Risiko durch die im Übertragungsnetz meist verwendeten Bündelleiter, die aus mehreren Leiterseilen bestehen und besser zu erkennen sind als einzelne Seile. Außerdem setzen wir an vielen Stellen in unserem Netz Hilfsmittel ein, um die Blitzschutzseile, die oberhalb der Leiterseile verlaufen, für Vögel sichtbarer zu machen. Unser Ziel: Wir wollen ein möglichst vogelfreundliches Netz betreiben.

Broschüre - Vögel und Freileitungen

Vogelschutzprogramm für das Höchstspannungsnetz

Der Start unseres Vogelschutzprogramms liegt bereits über 20 Jahre zurück. Damals wurde in Forschungsprojekten mit Vogelschutzwarten, Wissenschaftlern und Ornithologen untersucht, wie Vögel sich im Bereich von Freileitungen verhalten und unter welchen Umständen es zu Kollisionen kommen kann. Ein wichtiges Ergebnis war, dass eine erhöhte Kollisionsgefahr und damit Handlungsbedarf für den Netzbetreiber nur in bestimmten Bereichen des Netzes besteht – zum Beispiel in der Nähe von Gewässern und der Küste oder in Gebieten mit hohem Vogelaufkommen wie Nahrungs- oder Rastplätzen.

Auf der Basis dieser Forschungsergebnisse startete Amprion ein umfassendes Vogelschutzprogramm. Ornithologen identifizierten dafür im gesamten Übertragungsnetz kritische Leitungsabschnitte, an denen besondere Gefahren für Vögel drohten. Dort haben wir spezielle Vogelschutzmarkierungen an den Blitzschutzseilen montiert, die über der Mastspitze verlaufen. Anschließende Überprüfungen haben gezeigt, dass durch die angebrachten Markierungen das Kollisionsrisiko für verschiedene Vogelarten in den untersuchten Bereichen um bis zu 90 Prozent gesenkt werden konnte.

Vogelschutzmarkierungen

Als ein Ergebnis des Vogelschutzprogramms setzt Amprion in potenziellen Gefahrenbereichen des Leitungsnetzes Vogelschutzmarkierungen an den Blitzschutzseilen ein. So können die Tiere die Seile früher erkennen, und das Kollisionsrisiko der Freileitung wird verringert.

Die Informationsgrafik auf weißem Hintergrund zeigt einen Gittermasten mit Freileitungen, auf welchen ein Vogel zufliegt. An dem an der Mastspitze Blitzschutzseil sind zwei Vogelschutzmarkierungen dargestellt. Diese sehen wie große Rechtecke aus, welche herabhängen.

Vogelschutzmarkierung

Vogelschutzhotline

Die seit 2017 vom Naturschutzbund Deutschland e.V (NABU) und der Renewables Grid Initiative (RGI) betriebene „Hotline Vogelfund und Stromleitungen“ ist eine Initiative zur Verbesserung des Vogelschutzes im Stromnetz. Über die Hotline und die Meldeplattform im Internet können Vogelfunde im Bereich von Freileitungen gemeldet werden. Die Funde werden erfasst, von Fachexperten ausgewertet und auf einer Karte dargestellt. Ziel ist es, weitere Leitungsbereiche zu identifizieren, in denen die Netzbetreiber gegebenenfalls Vogelschutzmaßnahmen einleiten können. Amprion unterstützt dieses Projekt, um auch in unserem Netzgebiet die Gefährdung der Vögel zu verringern.

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