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Artenschutz- und Gebietsschutzprojekte

Seit Beginn unserer ökologisch ausgerichteten Trassenpflege initiieren und unterstützen wir lokale Artenschutz- und Gebietsschutzprojekte im Bereich unserer Freileitungen.

Marscheider Wald – ein Refugium für Reptilien

Es folgt eine Bildbeschreibung:
Das Foto zum Thema Artenschutz- und Gebietsschutzprojekte zeigt im Querformat eine vermutlich männliche Hand. Um die Finger der Hand hat sich eine braune Schlingnatter gewickelt.
Ende der Bildbeschreibung

Ein Beispiel ist die Trasse Hattingen – Ronsdorf, die im Osten Wuppertals den Marscheider Wald durchquert. Hier bewahren und entwickeln wir gezielt die Lebensraumqualität für Reptilien. Der Hintergrund: Die Schlingnatter steht in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die wahrscheinlich letzte Population der Schlangenart im Marscheider Wald wurde in einem kleinen Teilbereich unserer Trasse nachgewiesen. Die damaligen Verantwortlichen leisteten Pionierarbeit und erstellten mit einem der ersten Biotopmanagement-Pläne ein speziell zugeschnittenes Konzept.

Heute bietet die Freileitungstrasse mit ihrer offenen Vegetation einen optimalen Lebensraum für die seltene Schlangenart. Die Population hat sich erholt und ist stabil – ein Ergebnis, das in hohem Maße auf unsere Pflegemaßnahmen zurückzuführen ist. Aktuelle Funde belegen, dass sich die Schlingnatter inzwischen auch in benachbarte Gebiete weiter verbreitet hat. So ist über die Jahre ein wirksames Artenschutzkonzept entstanden, das 2014 vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) mit dem ersten Preis in der Sparte „Vorbildliche Projekte“ ausgezeichnet wurde.

Blühendes Kleinod: Die Wiesen am Hirtenborn

Es folgt eine Bildbeschreibung:
Auf der freundlich wirkenden Fotografie im Querformat im Verhältnis 16:6 ist eine Blumenwiese vor zwei Strommasten abgebildet. Die Blumenwiese und die Masten stehen am Rand eines tiefgrünen Waldes. Das Bild ist auf die Blumen im Vordergrund fokussiert, die Masten sind unscharf.
Ende der Bildbeschreibung.

Von unserer Biotopmanagement-Planung profitieren auch seltene Orchideenarten im Hunsrück. Das Naturschutzgebiet „Wiesen am Hirtenborn“ in der Nähe des Mittelrheintals bei Bacharach ist ein ökologisches Kleinod, das sich genau unter einer Freileitung befindet. Im Mai blühen hier zahlreiche regionaltypische Pflanzenarten – darunter Orchideenarten, die es in Rheinland-Pfalz nur noch sehr selten gibt, etwa das Breitblättrige, das Weiße und das Kleine Knabenkraut.

Die jährliche Blütenpracht am Hirtenborn ist allerdings nur möglich, weil die Blumen besondere Standortbedingungen für sich nutzen können: Durch das Entfernen des Grünschnitts auf der Freileitungstrasse bleibt der nährstoffarme Boden erhalten, auf dem sich die seltenen Arten optimal entfalten können. Daher überwachen wir kontinuierlich den Pflanzenwuchs und pflegen den Bereich nach den Vorgaben des Biotopmanagement-Plans. Jener ist bis ins Detail auf die Bedürfnisse der schützenswerten Blumen abgestimmt.

Der Niederwald – Lebensraum für das Haselhuhn

Das Haselhuhn, ein vom Aussterben bedrohtes Waldhuhn, ist ausgesprochen scheu und durch sein graubraunes Federkleid zudem perfekt getarnt. Dementsprechend schwer ist es nachzuweisen. Experten schätzen den landesweiten Bestand auf etwa 20 Brutpaare. Da der Vogel sehr sesshaft lebt und nicht gerne in andere Gebiete übersiedelt, ist es besonders wichtig, die wenigen bestehenden Reviere in Nordrhein-Westfalen zu erhalten und zu fördern.

Das Vogelschutzgebiet „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen“ im südlichen Siegerland ist mit zehn bis 15 Haselhuhn-Revieren ein wichtiger Lebensraum für die Art. Das 4.660 Hektar große Gebiet wird von einer unserer Freileitungstrassen durchquert. Sie verbindet Teilgebiete, in denen das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) das Haselhuhn mehrfach nachgewiesen hat.

Bei unserer Biotopmanagement-Planung in dem Gebiet berücksichtigen wir weitestmöglich die Maßnahmen, die das LANUV zum Schutz der Art erarbeitet hat. Da das Haselhuhn gemischte Wälder bevorzugt, die sonnige Abschnitte, eine Krautschicht mit vielen Verstecken am Boden sowie ausreichend Nahrung bieten, setzen wir in den ehemaligen Niederwaldbeständen vor Ort auf eine strukturfördernde und kleinflächige Bestandspflege: Indem wir langsam wachsende Bäume und Sträucher aufziehen, bewahren wir potenzielle Lebensräume und wertvolle Biotop-Verbundstrukturen für diese bedrohte Art.