Dialogportal Direktzu Amprion

Bei der Suche nach dem besten Trassenkorridor für die Windstromverbindung A-Nord bindet Amprion die Menschen vor Ort frühzeitig ein. Was beschäftigt Anwohner, Landwirte und Lokalpolitiker in der Region?

»Wie entscheidet Amprion, wo ein Konverter gebaut werden soll?«

Hermann Westermann,
Landwirt, Emden


Projektteam A-Nord:

Den Ausgangspunkt unserer Standortsuche für den nördlichen Konverter bildet der Netzverknüpfungspunkt Emden-Ost. An dieser Umspannanlage – so hat es der Gesetzgeber vorgegeben – soll A-Nord mit dem bestehenden Übertragungsnetz verbunden werden. Die Rechtsprechung sieht vor, dass wir dort in einem Radius von bis zu zehn Kilometern nach geeigneten Flächen suchen. Dabei gehen wir zunächst nach dem Ausschlussprinzip vor: Umweltschutzgebiete oder dicht besiedelte Flächen kommen als Standort für den Konverter nicht in Frage. Andere Flächen sind beispielsweise aus technischen oder baulichen Gründen nicht geeignet. Die verbleibenden Standorte vergleichen wir anschließend. Dabei sind die Kriterien unter anderem der Wohnumfeldschutz – also die Sichtbarkeit der Anlage oder der Abstand zur Wohnbebauung – sowie die Anbindung an das Verkehrsnetz. Außerdem muss der Standort anzuschließen sein – sowohl an unser Gleichstromerdkabel als auch an die Verbindungsleitung zur Umspannanlage am Netzverknüpfungspunkt Emden-Ost. Haben wir den aus unserer Sicht am besten geeigneten Standort gefunden, beantragen wir den Bau des Konverters beim Gewerbeaufsichtsamt in Emden.

»Viele Bürger bevorzugen Erdkabel statt Freileitungen beim Gleichstromtransport. Können bei Störungen am Erdkabel eine ausreichende Energieversorgung und eine zeitnahe Reparatur gewährleistet werden?«

Ingrid Arndt-Brauer (SPD), MdB,
Wahlkreis Borken


Projektteam A-Nord:

Wenn wir eine Erdkabelanlage konzipieren, liegt unser besonderes Augenmerk darauf, Strom jederzeit störungsfrei und sicher übertragen zu können. Deshalb verlegen wir A-Nord in zwei separaten Systemen mit einer Leistung von jeweils einem Gigawatt. Dies entspricht in etwa dem Bedarf von zwei Millionen Menschen. Für Reparaturen eines Systems können wir das defekte Kabel außer Betrieb nehmen, während die intakten Kabel weiterhin Strom transportieren. Das heißt, unsere beiden Systeme sind flexibel ausgelegt. Defekte Elemente können wir abkoppeln, so dass die Erdkabelanlage mit redu­zierter Leistung weiterläuft. Um eine zeitnahe Reparatur zu ermöglichen, dürfen zudem auf dem circa 24 Meter breiten Schutzstreifen der Kabelanlage keine Gebäude errichtet werden. So stellen wir sicher, dass die Kabel jederzeit zugänglich sind.

»Welche Möglichkeiten haben die Bürger, sich an der Trassenplanung zu beteiligen?«

Manfred Wellen,
Bürgermeister Gemeinde Wietmarschen


Projektteam A-Nord:

A-Nord wollen wir – wie jedes Projekt – so transparent, nachvollziehbar und einvernehmlich wie möglich planen. Um viele Anregungen aus der Region aufnehmen zu können, haben wir den Dialog frühzeitig begonnen – mit Gemeinden, Landwirtschafts- und Umweltverbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern. Den Auftakt dafür bildete die Vorstellung möglicher Trassenkorridore im Sommer 2017. Potenziell betroffene Bürger konnten uns dazu per E-Mail, Post, über unsere Online-Beteiligungsplattform oder bei Veranstaltungen Hinweise geben. Diese haben wir eingehend geprüft und – wann immer möglich – in unsere Planung aufgenommen. Im Ergebnis haben wir unsere Korridorvarianten an zahlreichen Stellen noch einmal angepasst. Mit diesen Vorschlägen gehen wir in die Bundesfachplanung, also das formelle Genehmigungsverfahren, das ebenfalls zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Jeder Anrainer kann dort eine Stellungnahme einreichen. Gleiches gilt für das spätere Planfeststellungsverfahren, in dessen Vorfeld wir die detaillierten Planungen ebenfalls frühzeitig der breiten Öffentlichkeit vorstellen werden.

»Warum können große Stromverbindungen wie A-Nord nicht immer entlang der Bundesautobahnen geführt werden?«

Dr. Hans-Peter Böhm,
Anrainer, Rhede


Projektteam A-Nord:

Für die Planung einer neuen Stromverbindung hat uns der Gesetzgeber das Bündelungsgebot an die Hand gegeben. Es besagt, dass eine neue Trasse möglichst entlang bestehender Infrastrukturen geführt werden soll. Dazu gehören bestehende Strom-, Gas- oder Ölleitungen ebenso wie Autobahnen, größere Straßen oder Bahnstrecken. Ziel ist es, landschaftliche Freiräume zu erhalten und neue Belastungen zu minimieren. Eine Bündelung kommt jedoch nur dort zum Tragen, wo keine technischen oder raumplanerischen Sachverhalte dem entgegenstehen. Grundsätzlich könnten wir A-Nord also neben der Autobahn verlegen. Zwar dürfen bis 40 Meter neben der Autobahn keine oberirdischen Bauten errichtet werden, da wir A-Nord aber als Erdkabel umsetzen, wäre dies kein Problem. Allerdings zeigen Er­fahrungen aus früheren Projekten, dass die Flächen neben den Autobahnen mit vielen Raumwiderständen oder bautechnischen Hindernissen wie etwa Auf- und Ab­fahrten oder Rastplätzen belegt sind. Hinzu kommen Gewerbegebiete und Wälder, die oftmals sehr nah an die Autobahnen herangewachsen sind. Das führt dazu, dass dort für unsere Kabelanlagen nur sehr wenig Platz vorhanden ist.

Die Grafik zeigt lediglich die Luftlinie zwischen den Netzverknüpfungspunkten und nicht einen möglichen Trassenverlauf.

Weitere Stories

Innovation mit Tiefgang
Ohne Dialog kein Konsens