Windenergie im Netz

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 Prozent und danach kontinuierlich weiter erhöht werden – so der politische Wille. Die wetterabhängige Stromerzeugung mittels Windkraft hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Stromnetze und die Versorgungssicherheit.

Der meiste Windstrom wird abseits der Lastzentren produziert. Deshalb muss der Strom von der Küste nach Süd- und Mitteldeutschland abgeleitet werden. Rund 400 Kilometer des vorhandenen Verbundnetzes müssen dazu verstärkt und rund 850 Kilometer neu gebaut werden. Die Kosten werden auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Allerdings ist aufgrund der Dauer von Genehmigungsverfahren damit zu rechnen, dass der Netzausbau nicht rechtzeitig erfolgen kann.

Amprion ist verpflichtet rund 35 Prozent der gesamten deutschen Windenergieproduktion in seiner Regelzone aufzunehmen. Der tages- und jahreszeitlich stark schwankende Stromverbrauch kann auf Basis jahrzehntelanger Erfahrungen und mit modernen computergestützten Verfahren recht präzise vorhergesagt werden, wodurch sich die Einspeisung der konventionellen Kraftwerke zu jedem Zeitpunkt sehr gut an den aktuellen Strombedarf anpassen lässt. Die eingespeiste Windleistung hingegen ist nicht beeinflussbar und nur sehr schwierig vorherzusagen. Da in einem Netz die Einspeisung und der Verbrauch zu jedem Zeitpunkt übereinstimmen müssen, gleicht der Übertragungsnetzbetreiber die Differenz durch Ausgleichsenergie aus.

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