Versorgungsqualität
Deutschland ist Europameister, wenn es um die Sicherheit der Stromversorgung geht. Mit einer durchschnittlichen Unterbrechungsdauer von jährlich nur 15 Minuten pro Kunde stehen die deutschen Energieversorger weit an der Spitze vor den Nachbarländern Niederlande (35 Minuten) und Österreich (43 Minuten). Um diesen Standard zu halten, investieren die deutschen Netzbetreiber rund zwölf Prozent Ihres Umsatzes in neue Anlagen. Damit liegen die Investitionsaufwendungen der Energieversorger auf einem Spitzenplatz in Deutschland.
Amprion wird in den kommenden zehn Jahren rund drei Milliarden Euro in das Amprion-Stromnetz investieren. Amprion wird die Investitionen im Wesentlichen für die Netzinfrastruktur und die Netzleittechnik sowie das Netzkonzept 2020 aufwenden. Das Netzkonzept sieht einen weitgehenden Ersatz alter 220-kV-Leitungen und Schaltanlagen durch moderne und effizientere 380-kV-Technik bis zum Jahr 2020 vor. Die 380-kV-Ebene ermöglicht im Gegensatz zur 220-kV-Ebene eine höhere Leistungsfähigkeit bei niedrigeren Kosten. Das Netzbetriebsführungs-Konzept sieht eine weitgehende Automatisierung des Höchstspannungsnetzes vor. Es dient zur Effizienzsteigerung in der Netzführung.
Die Versorgungsqualität ist die Summe aus Versorgungszuverlässigkeit, Spannungsqualität und Servicequalität. Dabei fasst die Versorgungszuverlässigkeit die durchschnittliche Dauer der Versorgungsunterbrechungen zusammen. Die Servicequalität wird von der Kundenzufriedenheit beeinflusst und die Spannungsqualität beschreibt, inwieweit externe Einflüsse wie beispielsweise Blitzschlag die Spannungshaltung verändern. Die Versorgungsqualität wird überwiegend, aber nicht ausschließlich, durch den Netzbetreiber beeinflusst.
Wesentliches Kriterium für den Betrieb des Höchstspannungsnetzes von Amprion ist die (n-1)-Sicherheit. Trotz Netzfehlern, wie Kurzschlüssen mit Leitungs- oder Kraftwerksausfällen, darf die Funktion des Netzes nicht beeinträchtigt werden. Deshalb ist das Höchstspannungsnetz als engvermaschtes Verbundnetz aufgebaut. Nach dem Ausfall einer Leitung oder eines Transformators kann jederzeit eine andere Leitung oder ein anderer Transformator die Aufgaben übernehmen, so dass das Gesamtnetz ungehindert funktioniert.
Die Versorgungsaufgabe ist durch ein Höchstmaß an Individualität bei den unterschiedlichen Netzkunden geprägt. Die jeweilige Anschlussstruktur und damit die Versorgungszuverlässigkeit resultiert aus den spezifischen Anforderungen der Kundenprozesse.
