Mast, Isolator und Seile
Amprion unterhält in seinem Versorgungsgebiet ein Netz von rund 11.000 Kilometer Länge. In diesen Trassen befinden sich rund 20.000 Freileitungsmaste, auf denen in der Regel zwei Systeme Drehstrom mit einer Spannung von 220.000 bzw. 380.000 Volt geführt werden. Jedes System besteht aus drei Phasen.
Die Freileitungsmaste werden je nach örtlicher Begebenheit in unterschiedlichen Bauformen ausgeführt. Man unterscheidet folgende Bauformen: Tanne-, Tonnen- und Donaumasten. Der Unterschied liegt in der Traversenanzahl und der Länge der Traversen.
Im Zuge des Trassenverlaufes ist man bestrebt, die Anzahl der Winkelpunkte zu reduzieren. Die in den Winkelpunkten stehenden Masten nennt man Abspannmaste. Die im geraden Leitungsverlauf stehenden Maste nennt man Tragmaste. Der Unterschied dieser beiden Mastarten liegt darin, dass der Tragmast überwiegend Windkräfte und das Seilgewicht aufnehmen muss, wobei beim Abspannmast zusätzlich noch die Seilzugkräfte berücksichtigt werden müssen. Aus diesem Grunde haben Abspannmaste ein deutlich höheres Gewicht.
Bei einer mittleren Leitungstrasse wiegen die Abspannmasten fast dreimal mehr als die Tragmasten.
Die Masten nehmen die Beseilung auf. Eine Phase 220.000 Volt besteht entweder aus nur einem Seil oder einem Zweierbündel. Dabei werden zwei im Durchmesser gleiche Seile auf einem Abstand von 400 Millimeter durch den Einbau von Abstandhaltern parallel geführt.
In der 380.000 Volt-Spannungsebene werden in der Regel Vierer-Bündel eingebaut. Hier werden vier Seile in Form eines Quadrates mit einem jeweiligen Abstand von 400 Millimeter über Abstandhalter parallel geführt. Die Beseilung besteht aus Aluminium/Stahlseilen, die je nach Spannungsebene und der gewünschten Übertragungsleistung unterschiedliche Querschnitte haben. Die Standardweise bei Amprion Transportnetz Strom ist AL/St 265/35, wobei die vorgenannten Zahlen den Aluminium- bzw. Stahlquerschnitt beschreiben.
An den Tragmasten werden jeweils drei Phasen pro Seite über Isolatorenketten aufgehängt. Hier werden über die Isolatorenketten die Windkräfte und das Eigengewicht der Seile abgeleitet. Diese Ketten schwingen bei Wind auf die Beseilung aus.
Die Abspannketten nehmen die Seilzugkräfte an den Abspannmasten auf.
Beide Kettenarten bestehen aus mehreren Porzellanisolatoren die hintereinander angeordnet sind. Von diesen Isolatorensträngen sind in der Regel zwei oder drei parallel angeordnet. Die Isolatoren haben die Aufgabe einen entsprechenden Isolationspegel zwischen Leiterseil und dem geerdeten Mast zu gewährleisten. Damit auch bei Regen die Funktion gewährleistet ist, sind die Isolatoren mit vielen Schirmen ausgebildet.
Zum Blitzschutz der Leitung wird auf jedem Mast an der Spitze ein Erdseil, ebenfalls Al/St aufgelegt, damit auch bei Gewitter die Versorgungsleistung gewährleistet ist.
