Lärmschutz

Hochspannungsschaltanlagen werden von Amprion so projektiert, errichtet und betrieben, dass störende Geräuschimmissionen vermieden und die zulässigen Immissionsrichtwerte eingehalten werden.

Hauptgeräuschemittenten sind die Transformatoren (Dauergeräusch) und in Einzelfällen eventuell vorhandene Impulsgeräusche durch Schaltgeräte, die aber - der geringen Schalthäufigkeit wegen - in der Regel nicht als störend empfunden werden. Seit einigen Jahren kommen nur noch geräuscharme Transformatoren und Schaltgeräte zum Einsatz.

Elektroumspannanlagen in Freiluftbauweise mit einer Oberspannung von 220 kV oder mehr unterliegen einem Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Die von diesen Anlagen ausgehenden Geräuschimmissionen werden nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm) beurteilt.

Transformatoren

Die hauptsächliche Quelle für das Transformatorengeräusch sind die lastunabhängigen Schwingungen des Eisenkerns als Folge magnetostriktiver Längenänderungen der Bleche. Diese Schwingungen werden über das Isolieröl und über die Kernhalterungen auf den Transformatorenkessel übertragen und von dort akustisch als Luftschall abgestrahlt. Das Transformatorengeräusch hat bei einer Netzfrequenz von 50 Hz ein harmonisches Spektrum mit den pegelbestimmenden Frequenzen bei 100, 200, . . 600 Hz, die entsprechend den geringen Netzfrequenzschwankungen hohe Frequenzstabilität aufweisen.

In der VDI-Richtlinie VDI 3739 (Emissionskennwerte technischer Schallquellen, Transformatoren) sind die Geräuschemissionskennwerte (Schallleistungspegel) dargestellt.

Seit Anfang der 70er Jahre beschafft Amprion grundsätzlich nur Transformatoren in der jeweils dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden, geräuschärmsten Ausführung:

  • Absenkung der Induktion
  • Verwendung von kornorientierten Blechen
  • Veränderung des Kernaufbaus (Step-lap-Kern)
  • Schwingungsisolierte Aufstellung des aktiven Teils im Kessel

Mittels sekundärer Schalldämm-Maßnahmen, wie der Aufstellung von Schallschirmen oder des Einsatzes von Schalldämmverkleidungen, können bei Bedarf auftretende Geräuschimmissionen weiter reduziert werden.

Transformatoren

Beim Einsatz einer absorbierenden Schirmwand kann man, je nach Abstand zwischen Transformator und Immissionsort, eine Pegelminderung bis zu 12 dB(A) (Nahfeld) erreichen, die mit wachsender Entfernung abnimmt.
Mit einer von Amprion für Hochspannungstransformatoren entwickelten Schalldämmverkleidung (Stahlblechkonstruktion mit Schalldämm- bzw. Schallabsorptionseinlagen), die im Bedarfsfall auf dem vorhandenen Transformatorenstand aufgesetzt wird, werden Schallleistungspegelminderungen von ca. 14 dB(A), bei 100 Hz, ca. 16 dB(A), bei 200 Hz und ca. 17 dB(A), bei 300 Hz, 400 Hz ... erreicht.
 

Leistungsschalter

Aufgrund der geringen Schalthäufigkeit - lediglich bei Störungen bzw. gezielt zu Revisionszwecken - sind Geräuschimmissionen der Leistungsschalter vernachlässigbar.

Schaltergeräusche sind impulshaltig, wobei die Dauer des Geräuschimpulses in der Größenordnung von etwa 40 bis 100ms liegt.

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