Freileitung oder Kabel
Freileitungen sind heute wichtigster Bestandteil des Verbundnetzes. Sie stehen für verlustarme Übertragung mit 380.000 Volt-Höchstspannung und ermöglichen jederzeit eine ausreichende und zuverlässige Energieversorgung. Auch in absehbarer Zeit wird sich eine wirtschaftliche Übertragung von Strom nur über Freileitungen verwirklichen lassen, da sie gegenüber dem Kabel technische Vorteile haben und deutlich kostengünstiger sind. Wir sind dabei stets um eine schonende Einbindung der Leitungstrassen in die Landschaft bemüht.
Für die Energieverteilung im Mittel- und Niederspannungsnetz, in dicht bebauten Gebieten mit hohem Strombedarf, werden heute überwiegend Kabel eingesetzt. Auch in ländlichen Regionen gewinnt diese Technik zunehmend an Bedeutung. Die Kabel transportieren den Strom von den Verteil- zu den Ortsnetzstationen und von dort mit der üblichen Netzspannung zu den Kunden. Der Kabelanteil im Mittel- und Niederspannungsnetz wächst kontinuierlich.
Vereinzelt werden Kabel auch in dichter bebauten Gebieten, wenn nicht genügend Platz zur Verfügung steht, in der Hochspannungsebene eingesetzt.
Beim Vergleich Kabel-Freileitung ist zu beachten, dass Kabel
- bei gleichem Leiterquerschnitt eine geringere Übertragungsleistung haben,
- geringere ohmsche Verluste haben,
- nur sehr begrenzt überlastbar sind,
- eine längere Zeit für Reparaturen benötigen,
- aber kaum den Witterungseinflüssen der Freileitung (Blitzeinschlag etc.) unterliegen,
- das Mehrfache einer Freileitung kosten.
Freileitungen und Kabel können das Landschaftsbild verändern. Der Eingriff einer Freileitung ist zwar deutlicher sichtbar, doch auch Kabeltrassen hinterlassen Spuren. Sie dürfen weder bebaut, noch mit tieferwurzelnden Gewächsen bepflanzt werden. Die erforderlichen Gräben greifen stärker in die gewachsenen Bodenschichten ein als Fundamente von Freileitungen, wobei meistens öffentliche Straßen genutzt werden, die durch Leitungen anderer Versorgungsträger keine gewachsenen Bodenschichten mehr haben.
